Neuhofen / Speyer Offener Brief: BI will Antworten auf zahlreiche Fragen zu Tiefengeothermie
Nach Ansicht der Initiative handelt es sich bei der geplanten Anlage um eines der größten Infrastruktur- und Investitionsvorhaben der vergangenen Jahrzehnte in der Region. Die heute getroffenen Entscheidungen würden „die Wärmeversorgung, die kommunalen Finanzen sowie die Bürgerinnen und Bürger über viele Jahre hinweg beeinflussen“. Das Projekt „Rhein-Pfalz“ sieht vor, zwischen Neuhofen und Waldsee Wärme aus bis zu 3500 Metern Tiefe zu gewinnen. Die gewonnene Wärme soll künftig Speyer klimaneutral versorgen und teilweise die bisherige Fernwärme aus dem Großkraftwerk Mannheim ersetzen. Auch Schifferstadt und Neuhofen könnten in Form von eigenen Wärmenetzen profitieren. In dem mehrseitigen Schreiben an Bürgermeister, Rat und Geopfalz stellt die Bürgerinitiative zahlreiche Fragen zur erwarteten Wärmeleistung, zur Wirtschaftlichkeit sowie zu technischen und finanziellen Risiken der Anlage. Zudem verlangt sie Auskünfte über mögliche Folgen, falls die prognostizierten Fördermengen oder Temperaturen nicht erreicht werden.
Ein weiterer Schwerpunkt des Briefes ist die geplante Wärmeversorgung nach dem Wegfall der bisherigen Fernwärmelieferungen des Großkraftwerks Mannheim. Die Initiative möchte unter anderem wissen, wie groß der künftig zu ersetzende Wärmebedarf ist und welche Alternativen vorgesehen sind, falls die Geothermieanlage nicht die erwartete Leistung liefert oder sich die Inbetriebnahme verzögert. Auch zu den geplanten Wärmenetzen in Schifferstadt und Neuhofen fordert die Initiative detaillierte Angaben. Gefragt wird unter anderem nach Investitions- und Anschlusskosten, der Anzahl möglicher Anschlussnehmer sowie nach einem möglichen Anschluss- oder Benutzungszwang. Darüber hinaus bittet die Bürgerinitiative um Offenlegung von Wirtschaftlichkeitsberechnungen, Gutachten und Planungsunterlagen. Die Antworten sollen laut Schreiben deutlich machen, ob es sich um belastbare Planungswerte, Prognosen oder vorläufige Schätzungen handelt. Die Initiative bittet um eine schriftliche Stellungnahme bis zum 16. Juni.