Fussball
Oberliga: René Reichling vom FV Dudenhofen ist der jüngste Trainer
René Reichling ist 24. Er ist der jüngste Trainer in der Fußball-Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar. Der FV Dudenhofen hat ihm nach dem Rücktritt von Cheftrainer Kevin Hoffmann am 10. Oktober 2025 die Mission Klassenverbleib anvertraut. Der Trend ist positiv!
Die jüngsten Leistungen und Resultate – 3:0 gegen Eisbachtal, 1:1 in Engers und 1:1 gegen Arminia Ludwigshafen – nähren die Hoffnung, das Klassenziel zu erreichen.
René Reichling, am 23. August 2001 in Speyer geboren, studiert Sport-Ökonomie beim Südwestdeutschen Fußballverband. Mit dem Fußball angefangen hat er in Römerberg, kam als C-Jugendlicher zum JFV Ganerb. „Seitdem bin ich in Dudenhofen“, sagt der jetzige Cheftrainer, der als Aktiver in der U23 des FVD spielte. „Ein paar Spiele hab ich auch in der Ersten gemacht“, sagt Reichling beim Blick zurück. Mit gerade 16 begann er als Trainer im Jugendbereich – zunächst inspiriert durch seinen Freund Nico Henrich, dem heutigen Sportdirektor des FVD. „Ich hatte immer wieder mit Verletzungen zu tun und hab mich da schon gefragt, ob ich dem Verein in anderer Funktion nicht mehr helfe“, schildert Reichling den Denkprozess. Er coachte kurze Zeit die F-Jugend, dann die D-Jugend und begleitete seine jeweiligen Mannschaften dann weiter. Schließlich wurde er Co-Trainer von Sascha Weick bei der zweiten Mannschaft. Zu Beginn der laufenden Saison kam Reichling als Assistent ins Trainer-Team von Kevin Hoffmann. „Ich habe schon immer, schon früh, sehr viel über Fußball nachgedacht, über den Tellerrand hinaus geschaut“, erklärt der 24-Jährige seine Faszination für das Trainerdasein. „Für einen Verein wie den FVD ist es nie einfach, nie leicht, in der Oberliga zu bleiben. Auch mit Kevin wussten wir, dass wir vor großen Herausforderungen stehen“, sagt Reichling.
Reichling spürt Vertrauen
„Mental mit der Aufgabe umzugehen ist ein größerer Schritt, als Co-Trainer geworden zu sein“, klassifiziert der Hoffmann-Nachfolger. „Die Mannschaft hat es mir aber einfach gemacht. Erleichtert hat mir, dass ich schon als Co-Trainer einen guten Bezug zu den Spielern hatte, wir immer gute Gespräche auch im Trainerteam geführt haben, als Kevin noch da war. Keiner wollte, dass er aufhört“, betont der aktuelle FVD-Coach. „Die ganze Mannschaft, der ganze Verein, stehen geschlossen hinter mir, jeder engagiert sich in seiner Rolle“, betont der Coach die Geschlossenheit. Das Trainer-Team mit Co-Trainer Timo Enzenhofer, dem spielenden Co-Trainer Sanel Catovic, Torwart-Trainer Thorsten Scheib und Fitness-Coach Goncalo Rosa hat sich dem Ziel verschrieben, dem künftigen Cheftrainer Ralf Schmitt im Sommer eine Oberliga-Mannschaft zu übergeben. Reichling wird dann wieder als Co-Trainer für die Schwarz-Gelben arbeiten.
Um in der Oberliga „safe“ zu sein müsste der FVD vier Mannschaften hinter sich lassen. Platz 14 bedeutet, am sicheren Ufer zu sein. Derzeit ist Dudenhofen mit 24 Punkten Tabellen-16., rangiert zwei Zähler hinter dem Tabellen-14. SC Idar-Oberstein. Ein Plus des FVD ist die mit minus 11 vergleichsweise gute Tordifferenz. „Die Leistungskurve ist positiv“, betont der Trainer. Vereinschef Christian Schultz sieht das genauso. „Im Vergleich zu den Vorrundenspielen haben wir sieben Punkte mehr geholt“, rechnet Schultz vor. „Im Derby gegen Arminia Ludwigshafen hatten wir uns mehr als einen Punkt erhofft. Arminia hat aber eine gute Mannschaft, hat Qualität. Der Druck hat uns irgendwie gehemmt. Nach dem Rückstand den Ausgleich geschafft zu haben, war gut. In Engers hätten wir mit ein bisschen Glück auch gewinnen können, hatten in der letzten Minute Pech mit einem Schuss an den Innenpfosten“, analysiert der Coach. Die Sportfreunde Eisbachtal kamen mit dem Rückenwind ihrer Erfolgsserie von vier Siegen, waren beim 0:3 an der Iggelheimer Straße dann aber ohne den Hauch einer Chance. Reichling: „Wenn man uns einen Vorwurf machen kann, dann den, dass wir das Spiel nicht früher zugemacht haben.“
Metz wichtig
Die nächste Herausforderung am Samstag (15.30 Uhr) heißt TuS Koblenz. „Da braucht man nicht über die Favoritenrolle diskutieren“, sagt der FVD-Trainer vor dem Gastspiel des ambitionierten Tabellendritten. „Die Rote Karte von Lukas Metz tut uns weh. Das ist ein ganz wichtiger Spieler für uns. Aber wir mussten auch schon unseren Kapitän Marvin Sprengling und Sven Hoffmann nach Sperren ersetzen“, sagt Reichling und setzt auf die Mentalität seiner Mannschaft.
Der Rückendeckung der Vereinsführung und der Sportlichen Leitung darf sich der junge Trainer sicher sein. „Wir alle sind absolut überzeugt von René und seiner Arbeit. Für seine 24 Jahre besitzt er einen extrem hohen Fußball-Sachverstand. Wir sind zu 100 Prozent sicher, mit ihm als Trainer die richtige Entscheidung getroffen zu haben“, sagt Christian Schultz, der Vorsitzende, in Übereinstimmung mit dem Sportvorstand Florian Kober und Sportdirektor Nico Henrich. Nach Kevin Hoffmanns Rücktritt habe man den Trainermarkt durchleuchtet und sich dann voller Überzeugung ohne Wenn und Aber auf die interne Lösung mit Reichling bis zum Saisonende festgelegt. „Egal ob wir es schaffen oder nicht: René wird dann wieder seine Aufgaben als Co-Trainer wahrnehmen. Für seine Entwicklung als Trainer ist es sicher förderlich, weitere Erfahrungen bei einem erfahrenen Cheftrainer wie Ralf Schmitt zu sammeln“, sagt Christian Schultz. Er sieht gute Chancen, den Klassenverbleib zu schaffen. „Wir haben die Abstände reduziert“, sagt Schultz. „Wir müssen den Klassenerhalt daheim schaffen“, betont der Vorsitzende speziell beim Blick auf die Heimspiele gegen Schlusslicht Eppelborn, gegen Rot-Weiß und gegen Cosmos Koblenz, FV Diefflen und SV Auersmacher. „Wir sind vorbereitet. Trainer-Team und Kader stehen unabhängig für die nächste Saison“, betont Christian Schultz. Die Hausaufgaben sind gemacht!