Speyer „Nur Gras und Heu“

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Gestern hat sich der am 13. März neu gewählte Landtag von Rheinland-Pfalz in Mainz konstituiert. Der Wahlkreis Speyer ist nur noch mit einem Abgeordneten dort vertreten: Reinhard Oelbermann (CDU). Stefan Keller hat den in Dudenhofen wohnhaften Parlaments-Novizen direkt nach der Sitzung gefragt, wie es ihm an Tag eins ergangen ist.

Herr Oelbermann, wie ist das Aufsteh-Gefühl als Abgeordneter des rheinland-pfälzischen Landtags?

Das habe ich heute noch nicht gehabt. Ich bin ja erst Abgeordneter seit der Vereidigung. Das kann ich erst morgen feststellen. Aber das Aufwachen war was Besonderes, weil meine Frau Geburtstag hat. Welchen Weg wählen Sie, um möglichst rasch die Kollegen Ihrer Fraktion und im Parlament kennenzulernen? Ich bin ein kommunikativer Mensch. Das geht ganz gut. Seit 13. März haben wir uns in der Fraktion schon regelmäßig getroffen, ich habe interessante und nette Leute kennengelernt, die Kollegen der übrigen Fraktionen werden jetzt folgen. Was hat Sie heute im Landtag besonders beeindruckt, überrascht oder verwundert? Überrascht hat mich gar nichts, die Wahlergebnisse waren vorhersehbar. Beeindruckt hat mich schon die Wahl und die Vereidigung der Ministerpräsidentin. Mein Glückwunsch auch auf diesem Weg an Frau Dreyer. Haben Sie der Ministerpräsidentin schon persönlich gratulieren, mit ihr sprechen können? Nein, als einfacher Abgeordneter dauert es eine gewisse Zeit, bis man zu der Ministerpräsidentin vordringen kann. Aber sie scheint mir nicht unnahbar zu sein. Wann beginnt für Sie die politische Facharbeit in den Ausschüssen? Welchen gehören Sie an? Die Fachausschüsse sind noch nicht gebildet. Das passiert in der nächsten Woche. Ich hätte, wie früher schon gesagt, unter anderem Interesse an Schule und Bildung. Aber wir sind 35 Kollegen. Alle haben Wünsche. Herr Oelbermann, Sie sind Parlamentsneuling und einziger Abgeordneter aus Speyer im Parlament. Ihre Grünen-Kollegin Anne Spiegel sitzt als Ministerin auf der Regierungsbank. Ist diese Konstellation eher Ansporn oder Belastung für Sie? Ich habe das Direktmandat geholt. Eine Belastung ist das nicht. Es ist eine große Verantwortung, ich weiß darum. Ich verstehe mich nicht nur als Abgeordneter einer Partei. Welche Tipps hat Ihnen Vorgänger Axel Wilke mit auf die Oppositionsbank gegeben? Ich spreche zwar regelmäßig mit ihm, aber Tipps für die Oppositionsbank hat er mir keine gegeben. Ist Ihr Bürgerbüro über der heimischen Buchhandlung zum Auftakt der Legislatur fertig geworden? Es ist benutzbar, aber noch nicht fertig. Ich bin jedoch dort erreichbar. Unter welcher Telefonnummer? 06232 602312. Ihre Frau hat heute Geburtstag: Hatten Sie Gelegenheit, zu gratulieren? Aber wie. Sie ist natürlich mit mir in Mainz, hat sich die Landtagssitzung von der Tribüne aus angesehen. Ich glaube, jetzt muss ich mich wieder mal ein bisschen um sie kümmern. Heute Abend gehen wir mit dem Mainzer Teil meiner Familie – ein Sohn studiert hier – in Mainz essen. Am Samstag feiern wir den Geburtstag meiner Frau. Wer hat ihre Hochland-Rinder heute gefüttert? Ein guter Freund, der immer nach dem Rechten sieht, wenn wir nicht da sind. Extra füttern muss er die übrigens nicht. Meine Rindviecher fressen nur Gras und Heu. Aber nach ihnen sehen muss jemand. Politik

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