Speyer Nur das Wetter passt nicht

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Dudenhofen

. Für viele gehört ein Markt-Besuch am dritten Advent zu Weihnachten wie die Jesus-Geschichte und Messe an Heiligabend. Was an Weltlichem, Gegenständlichem über die Festtage gebraucht wird, gab’s an den Ständen und Buden: Bäume, Krippenfiguren, kleine Geschenke, Schmückendes, Dekoratives, Reinigendes, Ess-, und Trinkbares waren im Angebot. Zum Anschauen und Kaufen der Dinge durchzukommen, war auch gestern nicht ganz einfach und erforderte Geduld. Der Weihnachtsmarkt auf dem Flecken hinter dem Wasserwerk, am Radweg nach Neustadt verwandelt Dudenhofen in einen einzigen großen Parkplatz. Wer einmal da war, kommt meist wieder, berichtet davon Bekannten, Kollegen. Es spricht sich herum. Bis nach Florida (USA). Zugegeben: Die beiden Damen waren zufällig, auf Besuch hier, mussten mit. Bei der Premiere vor 18 Jahren waren es noch 16 Teilnehmer und Aussteller. Um die 80 zählte Initiator Peter Eberhard am gestrigen Sonntag. Eberhard lockte bei den Anfängen der Veranstaltung die Gäste mit der Aktion „Schlagen Sie ihren Weihnachtsbaum selbst“ in den Wald. Sein Konzept „Selbstgemachtes aus Naturmaterialien“ überdauerte die Jahre. Der Ortsbürgermeister zur Eröffnung: „Der Großteil sind Unikate.“ Was macht den Reiz sonst noch aus? Das Wetter auf keinen Fall. Entweder der Anmarsch, Bummel fühlt sich sibirisch an oder es ist – wie auch gestern – regnerisch, nasskalt, matschig. Vielleicht der Sonntagmittag. Viele Möglichkeiten der sofafreien Freizeitgestaltung bleiben bei trübem Schmuddelwetter nicht. Wen man fragt, nennt „die einmalige Atmosphäre, die so auf Stadt-, Markplätzen nicht zu erleben ist“. Aus dem Riesensortiment nur vier – praktische, alltagstaugliche – Angebote: Was könnte über die Feier-, an kalten Wintertagen nützlicher sein als „handwerklich gearbeitete Filz-Pantoffeln“. Die bezieht Ines Wattendorf aus kleinen Manufakturen im Erzgebirge und der Oberlausitz und vertreibt die Schlappen, Einlegesohlen, Filzherzen auf Weihnachts-, Bauernmärkten. Das Drumherum in Dudenhofen findet sie vorbildlich, die Leute nett, aufgeschlossen. Wäre bloß nicht „das Scheißwetter“. Leben die Lieben weiter weg, sieht man sich nicht an den Festtagen, hat Brigitte Ohnheiser die schönsten Gruß-, Weihnachtskarten. Jede von ihr individuell gestaltet. Für Freunde entwirft sie Einladungen, Benachrichtigungen, Lebenszeichen zu allen möglichen Anlässen, kreative Gutscheine und einmalige Geschenk-Verpackungen. Mit Papier zu arbeiten, ist ihr Hobby. Bleiben die Besucher stehen, schauen, fragen, empfindet sie das Interesse als Belohnung, Bestätigung, doppelte Freude. Bei Matthias Alt kauften einige schon mal den Weihnachtsbraten. Nicht irgendeinen: Reh, Hirsch, Wildschwein. Alt, zum siebten Mal dabei: „Die Kunden kennen mich inzwischen, rufen vorher an, ich bring die Sachen dann aus Maikammer mit.“ Außerdem im Angebot: „Wild-Spezialitäten aus dem Pfälzerwald“ von der Hirschbratwurst mit Kastanien bis zum Wildschwein-Saumagen. Die Partnergemeinde Martell hatte „Dekorationswaren aus verschiedenen Hölzern, alles handgemacht“ im Gepäck. Deren eigener Markt in Südtirol ist auf 2040 Metern der Höchstgelegene, dauert zwei Wochen, ist in einem früheren Kuhstall.

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