Speyer „Nummer 39 ist eingeschlafen“

Das traditionelle Bobbycar-Rennen auf dem 22. Brunnenfest in Berghausen ist am Sonntagnachmittag nicht nur für Kinder ein ganz besonderer Höhepunkt gewesen.
Die Regularien stehen fest. 50 Meter Rennstrecke zwischen Kirche und Süßigkeitenstand müssen überwunden werden. Teilnehmen kann jedes Kind unter acht Jahren. Anmeldungen nimmt Rennstall-Chefin Simone Wenzl am Streckenrand entgegen. Wer kein eigenes Fahrzeug dabei hat, kann sich im Rennstall Wenzl, zu dem weitere vier Helfer gehören, bedienen. Erstmals können sich auch Einjährige der Herausforderung stellen, auf einer der vier Bahnen geradeaus ins Ziel zu fahren. Die Sommersonne strahlt um 14.30 Uhr über Berghausen. 36 bereits mit Startnummern ausgestattete kleine Rennfahrer machen sich auf Autos von rosa bis schwarz, auf dem klassischen roten Bobbycar oder in besonderer Mission der Polizei, Feuerwehr oder Landwirtschaft mit Strecke und Straßenbelag warm. „Nummer 39 ist eingeschlafen“, meldet die Mutter der einjährigen Klara, die friedlich im Buggy schlummert. Jetzt kann nur noch Noah, ihr vierjähriger Bruder, für Haßloch an den Start gehen. 46 Startnummern hat Wenzl um 14.58 Uhr vergeben, als Louis in letzter Sekunde noch mit ins Rennen geht. 15 Uhr: Die Fahne gibt den Start frei für drei Einjährige. In der Pole Position ist Emely Unger. Ihre beiden Herausforderer treten noch vor Rennbeginn den Rückzug an. Lautstarke Anfeuerungsrufe aus der Fanmeile am Straßenrand begleiten Emely bis ins Ziel. Im ersten Rennen der Zweijährigen triumphiert Brooke Audu auf dem rosa Bobbycar, Startnummer 21 bleibt auf der Strecke liegen. Cedric Bindschädler und Louis Jung liegen bei den beiden weiteren Zweijährigen-Rennen vorne. Sekunden vor dem Start der Dreijährigen übermannt Emma das Lampenfieber. Tränenüberströmt fährt sie schließlich durchs Ziel und schafft damit den Achtungserfolg. Max Neumann fährt selbst der Startnummer 39 auf „Silberpfeil“ davon. In dieser Altersklasse fahren Lukas Schmidt und Lian Hafner Siege nach Hause. Kopf-an-Kopf-Rennen liefern sich die Vierjährigen zwischen Kirche und Süßigkeitenstand. In einem Herzschlag-Finale fährt Viola Weis als Erste über die Ziellinie. Paul Ofer und Lenia Czaya tun es ihr nach. Rennleiterin Wenzl kündigt an: „Für die Fünfjährigen wird es schwieriger.“ Sie verteilt Verkehrshütchen auf der Rennstrecke und hängt Ringe daran. Jannes Schulz mit der Startnummer 49 verweist seine beiden Konkurrenten auf die Plätze und erhält tosenden Applaus für Geschicklichkeit gepaart mit Schnelligkeit. Fehlstart: Der Start der nächsten drei Fünfjährigen muss wiederholt werden. Das Rennen macht Leonhard Russ mit der Startnummer 27. Die letzten drei Fünfjährigen des Berghausener Bobbycar-Rennens 2014 gehen knieend an den Start. Auf ihre Haltung konzentriert, vergisst Marie Hütchen und Ring. Sie und die beiden anderen seiner Altersklasse lässt Samson Moroschan mit der Startnummer 22 hinter sich. Für die Sechsjährigen ist ein noch höherer Schwierigkeitsgrad vorgesehen: Über den Ring auf dem Hütchen kommt noch ein Käppi. Diese Herausforderung nehmen vier Berghausener an. Marius Ofer mit der Startnummer 5 bewältigt sie am schnellsten. Das letzte Rennen der Saison fahren vier Siebenjährige: Jonathan Schreiner geht als unangefochtener Sieger aus dem Finale hervor. Vor der Siegerehrung gibt es von Ortskartell-Vorsitzendem Helmut Kühner für alle Rennfahrer Eis am Stiel. Die Vereine haben Preise zum Aussuchen finanziert – die jeweiligen Sieger dürfen zuerst zwischen Sandspielzeug, Kaleidoskop, Fußball und vielen weiteren Spielsachen wählen. Wenzl ist zufrieden mit dem Rennverlauf und verabschiedet sich „bis zum Start beim 23. Brunnenfest – vielleicht zusätzlich mit einem Bobbycar-Rennen der Berghausener Papas“. (kya)