Speyer „Nothilfe für Bali“: Verein bleibt auf Abruf bereit
Annika Spoden blickt gerne auf ihre Zeit in Bali zurück, auch wenn längst nicht alles unbeschwert war. „Es war schon seltsam, die Insel so ausgestorben zu sehen, ich kenne sie ja auch mit Touristen“, erinnert sich die 37-jährige Speyererin heute zurück. Anfang 2020 war die leidenschaftliche Surferin für einen Urlaub auf die indonesische Insel geflogen, wollte eigentlich nur sechs Wochen Urlaub dort machen. Doch dann kam die Corona-Pandemie und Spoden blieb als eine von wenigen Europäern vor Ort um zu helfen.
„Familien waren dankbar“
Denn mit den ausbleibenden Touristen fehlte den Balinesen plötzlich auch die Lebensgrundlage. Es wurde knapp hier und da, auch beim Essen. Gemeinsam mit Mutter Petra Spoden gründete Annika Spoden den Speyerer Verein „Nothilfe für Bali“ und begann, Spenden zu sammeln. Mit einem kleinen Team vor Ort packte Annika Spoden wenig später Notpakete mit Reis, Eier, Nudeln und Speiseöl und verteilte sie an die balinesische Bevölkerung.
„Ich glaube schon, dass wir einigen Familien helfen konnten“, sagt Spoden heute rückblickend im Gespräch mit der RHEINPFALZ. Die staatliche Unterstützung für die Einwohner sei zwar da gewesen, aber nicht so umfangreich, wie etwa hier in Deutschland. „Die Familien waren sehr dankbar und mein Auftrag für den Moment erledigt.“
Job in München
Mittlerweile aber sei die Situation auf der Insel deutlich besser. „Die Touristen kommen wieder, wenn auch nicht so zahlreich wie vor der Pandemie“, erzählt Annika Spoden, die noch immer Kontakt nach Bali habe. „Irgendwann letztes Jahr war dann der Punkt erreicht, dass ich gesagt habe, dass ich wieder zurück nach Deutschland gehe.“
Heute wohnt und arbeitet die 37-Jährige in München und ist nur noch zu Besuch in der Domstadt. „Ich bin dankbar, dass ich helfen und mich einbringen konnte“, sagt sie. „Ich bin persönlich daran gewachsen, weil ich gelernt habe, mit einer seltsamen Situation umzugehen und zu handeln“, reflektiert sie.
Aufgelöst haben die Spodens den Verein „Nothilfe für Bali“ jedoch nicht. „Man weiß ja nicht, was im Herbst passiert“, sagt Annika Spoden. Falls eine weitere Corona-Welle erneut für weltweite Reisebeschränkungen sorgen würde, wolle man vorbereitet sein. Der Verein stünde auf Abruf bereit. „Aber wir hoffen, dass es nicht mehr notwendig sein wird.“