Speyer RHEINPFALZ Plus Artikel Normand-Sportplatz: Können Bürger beim Sparen helfen?

Variante Steg.
Variante Steg.

Zur städtebaulichen Entwicklung des Normand-Sportplatzes ist als Nächstes eine Bürgerbeteiligung geplant. Die Politik hat das mehrheitlich empfohlen – trotz Bauchschmerzen.

Die Freifläche an der Paul-Egell-Straße soll zum einen mit neuen Wohnungen bebaut werden – von 140 Appartements ist die Rede. Zum anderen soll ein „Urbanes Biotop“ entstehen, eine angrenzende Parkanlage, für die die Stadt erste Vorschläge vorgelegt hat. Die zwei Alternativen wurden schon im Gestaltungsbeirat diskutiert: Dieser favorisiert laut Fachbereitsleiter Robin Nolasco mehrheitlich die Variante „Terrassierung“ mit Treppen und Rampen zum vier Meter tiefer liegenden Teilbereich. Bei der Variante „Steg – der Mensch als Beobachter“ würden die meisten Parkbesucher auf einem breiten Holzsteg über die Senke geführt.

Politisch gab es bisher überwiegend Lob für die beiden Entwürfe des Bruchsaler Landschaftsarchitekten-Büros BHMP, so auch bei der erneuten Behandlung im Ausschuss für Stadtentwicklung, Bauen und Verkehr. Zwar sind der CDU die Kosten zu hoch, und die Freien Wähler schließen die Steg-Lösung grundsätzlich aus. Eine Mehrheit für eine ausgearbeitete Lösung wäre aber sicherlich zu erhalten.

Sieben zu eins Stimmen

Das zeigte sich auch bei der Empfehlung des Ausschusses zur Freigabe der Pläne für die von der Stadt geplante Bürgerbeteiligung: Sieben zu eins Stimmen bedeuteten ein Ja von SPD, Linke, UfS, SWG und Grünen. Nein sagten die Freien Wähler, drei Enthaltungen kamen von der FDP und der CDU. Neben den Kosten hinterfragte Jörg Zehfuß, Sprecher der Christdemokraten, vor allem den Zeitpunkt der Bürgerbeteiligung, die aus Sicht seiner Fraktion zu früh komme.

„Habt Vertrauen in eure Bevölkerung“, warb Oberbürgermeisterin Stefanie Seiler (SPD). Es könne durchaus sein, dass aus der Bürgerbeteiligung Vorschläge zur Reduzierung der Kosten kämen, wenn diese Aufgabe konkret gestellt werde. Bei der Steg-Variante sehe sie dafür zwar keine Chance, wohl aber bei der Terrassierung: Hier könnten die baulichen Eingriffe und damit Kosten reduziert werden, wenn etwa auf einzelne Wegeverbindungen verzichtet würde.

Vorab einen von Zehfuß geforderten, günstigeren dritten Entwurf zu beauftragen, lehnte die OB ab: „Sonst drehen wir uns weiter im Kreis.“ Als Grundlage für das weitere Verfahren gibt es inzwischen verfeinerte Kostenschätzungen. Inklusive Honorar und Steuer würde der Steg demnach 4,05 Millionen Euro kosten und der Vorschlag mit den Terrassen 3,57 Millionen Euro. Bei den Unterhaltskosten wäre das Verhältnis umgekehrt mit 1,9 Millionen Euro auf 30 Jahre für den Park mit Steg und 2,3 Millionen Euro für die Lösung mit den Terrassen.

Gerade die Prognosen zum Unterhaltsaufwand seien noch nicht sehr detailliert, betonte BHMP-Vertreter Christian Wild. Er erwähnte auch vorbereitende Kosten für Kampfmittelsondierungen (20.000 Euro), Baugrunduntersuchungen (10.000 Euro) und naturschutzrechtliche Ausgleichsmaßnahmen (117.000 Euro). Beim letztgenannten Posten gehe es vor allem um geeignete Lebensräume für Zauneidechsen, Wildbienen und Vögel. „Wir versuchen bei beiden Varianten, möglichst wenig in die Topographie einzugreifen“, betonte der Planer.

Variante Terrassierung.
Variante Terrassierung.
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