Speyer
NonkiCon: Ein Stück Japan in Speyer
Zahlreiche Dimensionen der japanischen Kultur kamen bei den Auftritten der Band Samurai Apartment in der Stadthalle zusammen. Der Musikstil der Band ist eine Mischung J-Pop, Rapp und Jazz. Kyo, der kreative Kopf der Gruppe, bespielte die traditionellen Trommeln namens Taiko meisterhaft. Climb, DJ und Rapper, ließ mit seinen elektronischen Klängen ungezählte Instrumentalisten im großen Saal der Stadthalle quasi virtuell mitmusizieren. Shimo, die Sängerin, bewegte die Zuhörer mit ihrer gefühlvollen Stimme.
„Wir sind zum ersten Mal in Deutschland“, sagte Kyo nach vier gespielten Stücken auf der Bühne, auf die noch zwei weitere Nummern folgten. In Japan ist die Gruppe aus der von Erdbeben und Tsunami im Jahr 2011 schwer getroffenen Präfektur Miyagi bereits sehr erfolgreich. Kyo ist der Komponist der Band – und hat bereits Songs für Filme und Computerspiele komponiert. Er und Climb sind Schulfreunde gewesen und waren kurz vor dem Abschluss, als die Naturkatastrophe ihre Heimatstadt traf.
Im vergangenen Jahr Live-Schalte
„Wir haben einen Auftritt von Samurai Apartment in Japan besucht“, erklärte Tomoko Moser, die Vorsitzende des Vereins „Kopf hoch Japan – Deutsch-Japanische Gesellschaft Vorderpfalz“. Sie und ihr Mann Martin Moser, der stellvertretende Vereinsvorsitzende, kamen bald mit den Musikern ins Gespräch. Im vergangenen Jahr gab es bei der zweiten NonkiCon eine Video-Schalte zu Samurai Apartment nach Japan – und diesmal die Live-Auftritte im großen Saal der Stadthalle. Die Festival-Besucher feierten die Songs des Trios, das von einer E-Gitarristin unterstützt wurde.
Auf der Bühne gab es noch zahlreiche weitere Acts: Live-Zeichnen mit Mayumi Nagashi und Victorian, eine Kendama-Vorführung mit Lisa Slein (Kendama ist ein japanisches Holzspielzeug mit einer Schnur und einer Kugel), die Aikido-Demonstration eines Germersheimer Vereins (Aikido ist eine japanische Kampfkunst), einen Cosplay-Contest, eine Tanzaufführung von Maido no Kisetsu – ein Maid-Café nach japanischem Vorbild – und eine Filmvorführung. Gezeigt wurde ein Teil der Anime-Serie Oshi No Ko.
Workshop im Judomaxx
Eine besondere Attraktion waren die Auftritte zweier Gruppen mit traditionellen japanischen Trommeln. Die professionelle Formation Kagura aus Japan unterhielt die Besucher am Samstag und Sonntag jeweils zur Mittagszeit mit den vielfältigen Ausdrucksmöglichkeiten der beidseitig bespannten Trommeln verschiedener Größen. Ob uniformer Rhythmus, der an Marschmusik erinnerte, oder virtuose Notenabfolgen – die Präzision und Intensität des Vortrags der rund zehn Frauen und Männer beeindruckte. Tenjin Taiko heißt eine Gruppe von Trommelspielern, die überwiegend aus Mitgliedern des Vereins „Kopf hoch Japan“ besteht, wie Martin Moser mitteilte. „Seit fünf Jahren üben wir nun zweimal im Monat im Judomaxx zusammen. Man muss aber nicht unbedingt Vereinsmitglied sein, um bei uns mitzumachen“, sagte er. An beiden Festival-Tagen übernahm Tenjin Taiko das „Eintrommeln“ kurz nach Öffnung der Hallentüren um 10 Uhr. Am Sonntag, 2. Juni, ab 15 Uhr steht ein öffentlicher Workshop von Tenjin Taiko zusammen mit Kyo von Samurai Apartment im Judomaxx an.
Tomoko Moser bietet im Herbst einen Taiko-Kurs an der VHS Speyer an. Es gehe ihr darum, die Möglichkeiten der Begegnung von Menschen aus Deutschland und Japan über die NonkiCon hinaus zu erweitern. Dazu zählen auch Cosplay-Events – diese Szene war auch beim Festival am Wochenende wieder stark vertreten –, Filmabende und gemeinsames Essen in einem japanischen Restaurant.
Mehr Besucher
Martin Moser zeigte sich sehr zufrieden mit der Resonanz auf die NonkiCon, die der Verein „Kopf hoch Japan“ veranstaltet. Laut Veranstalter besuchten wesentlich mehr Menschen die dritte Auflage der Convention als vor einem Jahr.
Bereits am Samstag waren kleiner und großer Saal sowie das Foyer und die Nebenräume (mit Workshops) der Stadthalle sehr gut mit Besuchern gefüllt. Auch er wünscht sich, dass sich rund um die noch neue Veranstaltung eine NonkiCom (NonkiCommunity), also eine Gemeinschaft, entwickelt.