Radsport
Nils Radmacher und Martin Salmon heiß auf DM-Start
Nils Radmacher und Martin Salmon vom RV Dudenhofen sind in den letzten Zügen der Vorbereitung zu den deutschen Meisterschaften. Auf ihrer Heimbahn treten sie zusammen im Madison an. Sie fahren sich in Oberhausen-Rheinhausen warm auf der freien Rolle, im Unterschied zu Straßenrennen.
„Dort fahre ich vor dem Start gut 20 Minuten auf der Straße, bei Bahnrennen auf der freien Rolle dauert das schon länger“, erzählt der 22-jährige Radmacher, bei Straßenrennen im Trikot des südpfälzischen Teams Möbel Ehrmann aus Roschbach am Start. Salmon gibt sich da minimalistischer: „Auf der Bahn auch freie Rolle, auf der Straße manchmal gar nicht, da wird man in der Neutralisation schon warm“, erklärt der Dudenhofener.
Neues Team
Sie verfolgen ein Ziel: Die deutschen Meisterschaften im Madison auf der Heimbahn. Dafür nehmen sie möglichst viele Bahnrennen mit und trainieren viel zusammen. Salmon wohnt in der niederländischen Grenzstadt Sittard, drei Autostunden von der Heimat entfernt. „Trotzdem war ich dieses Jahr schon über 15 Wochenenden hier. Dann haben wir gleich zweimal trainiert“, so der 27-jährige.
Charakteristisch für das Madison: der Schleudergriff bei der Ablösung vom pausierenden zum jeweils schnellen Fahrer. Sie fahren seit knapp einem Jahr zusammen. Ist der Schleudergriff schon drin? „Ich würde sagen, dass, wenn wir ihn für uns perfekt machen, dann ist er es generell auch. Aber wir wollen immer dran arbeiten, dass er auch bei jedem Wechsel perfekt ist.“
Wahres Leben
Salmon fuhr bis 2021 als World-Tour-Profi, stieg danach aus. Noch mal zurückkehren? „Nein, der Zug ist abgefahren. Ich sehe da für mich kein Weg zurück. Da fehlt mir das Selbstvertrauen. Außerdem, ich habe es versucht, ich habe es geschafft. Ich will dann nicht ewig zweite oder dritte Reihe fahren, wenn ich stattdessen ins wahre Leben starten kann.“
Er studiert in Aachen Maschinenbau, trainiert und fährt Rennen, wie es ihm reinpasst, beispielsweise Bundesliga im April in Schweigen-Rechtenbach. Die Chance auf die deutsche Meisterschaft in Dudenhofen wollte er sich nicht entgehen lassen: „2018 habe ich nur zugeschaut. Jetzt will ich aber möglichst fit dabei sein. Dafür war das ganze Training in den letzten Monaten ausgerichtet.“
Salmon Achter
Sie fahren immer noch auf der Rolle. Gleich steht das Punktefahren an, danach Ausscheidungsfahren, dann Madison. Radmacher verliert schnell eine Runde und scheidet aus, grübelt: „Das hätte nicht sein müssen. Ich bin am Anfang gleich mal im Wind gefahren. Das hat zu viele Körner gekostet.“
Salmon belegte Platz acht und war zufrieden. In Anbetracht der kommenden Rennen: Etwas Zurückhaltung, um mit den Kräften hauszuhalten? „Das kann man sich da nicht leisten. Klar kann man versuchen, nicht so hart loszufahren, aber dann besteht die Gefahr, dass man in den Sprints keine gute Position und somit keine Punkt bekommt.“
Radmacher ehrlich
Radmacher pflichtet ihm bei: „Dass ich abgefallen bin, war jetzt keine Taktik. Das wäre eine dumme Ausrede. Das geht wirklich nur, wenn man richtig gut ist.“ Es begann jedoch, immer mehr zu regnen. Ausscheidungsfahren und Madison fielen aus. Zwei Tage später holte Salmon in Darmstadt Platz zwei im Punktefahren.
Tags darauf am Pfingstmontag in Dudenhofen auf der Heimbahn die Generalprobe: Nils Radmacher und Martin Salmon nahmen Rang 13 im Madison ein. Radmacher zog ein gemischtes Fazit: „Einmal haben wir den Wechsel verpasst. Es war ein extrem hektisches und gefährliches Rennen, weshalb wir auch nicht zu 100 Prozent reingehalten haben. Im Nachhinein haben wir uns kurz geärgert, weil man definitiv hätte was reißen können. Aber Ziel ist ganz klar die DM.“ Startschuss ist am Donnerstag, 3. Juli, 16.30 Uhr.