Speyer Nils fragt: Was ist denn ein Weiberbraten?

RÖMERBERG. In Berghausen gibt es einen Frauen-Verein mit einem interessanten Namen: Weiberbratenvereinigung. Aber keine Angst, die Mitglieder sind ganz friedliche und nette Frauen, sie braten keine Weiber. Der Name kommt aus der Geschichte: Vor über 300 Jahren, im Jahr 1706, gingen Frauen aus Berghausen nach Speyer. Sie wollten auf dem Markt die Milch ihrer Kühe verkaufen. Aber dann sahen sie einen schlimmen Brand: Das Gutleuthaus, ein Heim für alte und kranke Menschen, stand in Flammen. Oh je. Was sollten sie tun? Sie überlegten nicht lange und löschten mit der Milch, die sie eigentlich verkaufen wollten, das Feuer. Die Verantwortlichen der Stadt Speyer waren froh, dass die Frauen geholfen haben. Sie schenkten den Frauen von Berghausen jedes Jahr sieben Kilogramm Ochsenfleisch und sieben Kilogramm Schweinefleisch. Das Fleisch wurde als Festtagsbraten serviert, der Braten wurde auch Weiberbraten genannt, weil er für die Weiber (heute sagt man Frauen) war. Später bekamen die Frauen dann kein Fleisch mehr, sondern Geld. Die Mitglieder der Weiberbraten-Vereinigung von Berghausen erinnern an die gute Tat ihrer Ur-Ur-Ur-Ur-Ur(....) omas. Und sie tun selbst sehr viel Gutes: Sie verkaufen beispielsweise Kuchen und Waffeln auf Festen und helfen mit dem Geld, das sie damit einnehmen, armen, kranken und bedürftigen Menschen. (snr)