Handball
Niemand besiegt HSG Dudenhofen/Schifferstadt
Wer will die Panther der Handballspielgemeinschaft (HSG) Dudenhofen/Schifferstadt, im Vorjahr Dritter mit 33:11 Punkten, in der laufenden Spielrunde auf dem Weg zur Meisterschaft noch aufhalten? Das Team führt vor der fünfwöchigen Weihnachtspause nach zwölf absolvierten Begegnungen mit 24:0 Punkten souverän die Tabelle vor dem TSV Speyer an, der 20:4 Zähler aufweist.
Auch das Torverhältnis von 483:327 spricht mit durchschnittlich 40 erzielten Treffern eine deutliche Sprache. Trotz dieser klaren Überlegenheit bremst Trainer David Oetzel die aufkommende Euphorie: „Natürlich freut uns die augenblickliche Situation und der Blick auf die aktuelle Tabelle. Doch erreicht haben wir Stand heute noch nichts. Ich hoffe nur, dass wir von größeren Verletzungen verschont bleiben. Dann haben wir gewiss eine reelle Chance, auch nach den noch ausstehenden zehn Begegnungen ganz oben zu stehen.“
Carsten Handl fehlt
Die Mannschaft, die der Trainer vor Rundenbeginn wegen des leicht geschrumpften Kaders sowie nach dem Ausfall von Stammkraft Carsten Handl als nicht ganz so stark wie im Vorjahr einschätzte und die er zunächst nicht in der Favoritenrolle sah, trumpft bisher überragend auf und befindet sich auf dem besten Weg zum Titelgewinn.
Den deutlichsten Sieg fuhren die Panther mit 45:23 gegen die Südpfalztiger II ein. Unter einem Vorsprung von mindestens acht Toren verließen sie in dieser Saison noch nicht das Parkett. Auch wenn die Ergebnisse am Ende deutlich ausfielen, habe es doch immer wieder schwierige Phasen gegeben.
Gefährlicher TSV Speyer
Coach Oetzel blickt zurück: „Der TSV Speyer hat uns alles abverlangt. Gegen die HSG Kaiserslautern stand es lange Zeit unentschieden. Auch andere Mannschaften wie zum Beispiel unser letzter Gegner TG Waldsee oder auch die HSG Landau/Land waren mit ihrer Spielweise sehr unangenehm.“ Von der Souveränität, die sich die Mannschaft im Laufe der Saison erarbeitete, zeigt sich der Übungsleiter „sehr beeindruckt“.
Das Verletzungspech habe sich glücklicherweise in Grenzen gehalten. So ganz ohne sei das Team aber auch nicht durchgekommen: Simon Richter fehlte wegen eines Bänderrisses. Marco Schneider und Finn Schutzius plagten sich immer mal wieder mit Kniebeschwerden. Das Torhüter-Dreiergespann mit Erik Schopp, Felix Trapp und Tobias Weinerth habe sich bewährt.
Oetzel nennt Gründe
„So hatten wir immer zwei topfite Torleute zur Verfügung“, sagte Oetzel, der für die Leistungssteigerung mehrere Gründe sieht: „Der Kern der Mannschaft spielt seit Jahren zusammen. Hinzu kamen gezielte Verstärkungen. Unsere Spielidee verinnerlichen die Jungs mehr und mehr zu Automatismen. Von daher sind wir nochmals einen großen Schritt nach vorne gekommen.“
Christoph Huber gehe als topfiter Führungsspieler in wichtigen Situationen immer wieder voran und kam mit 100 Toren auf die beste Quote vor Aurel Albert mit 86 erfolgreichen Abschlüssen. Die Neuzugänge Tobias Weinerth und Markus Michel hätten für frischen Wind im Team gesorgt und seien auch als Charaktere bestens angekommen.
Konstanz entscheidend
Trotz dünnerem Kader trete die Mannschaft konstanter auf, da alle regelmäßig ihre beste Leistung abriefen. Die durchaus mögliche Meisterschaft zieht nicht automatisch den Oberliga-Aufstieg nach sich. Die Meister aus dem Rheinland, Rheinhessen und Saarland bestreiten Relegationsspiele. Der Erste steigt in die Oberliga auf.
„Es ist das erste Jahr, dass nur der Sieger aufsteigt. Vorher gingen der Erste und der Zweite hoch. Die Neuregelung macht es nun noch schwerer, aufzusteigen“, erklärte Oetzel. Bis zur ersten Januar-Woche gibt der Coach den Spielern Gelegenheit, die Akkus aufzuladen. Denn in den letzten Wochen sei die Luft etwas raus gewesen, und die Runde dauere ja noch einige Wochen.
Die Fragezeichen
Die wichtigere Vorbereitung finde ausnahmsweise mal nicht in der Halle, sondern bei den Verantwortlichen der HSG statt, da der Verein zweigleisig planen müsse. Denn finanziell sei die Oberliga wesentlich aufwendiger. „Unabhängig von der Ligazugehörigkeit muss auch mit den Spielern gesprochen werden“, berichtet Pädagoge Oetzel, dessen weiterer Einsatz für die HSG mit einem Fragezeichen versehen ist, da er voraussichtlich berufsbedingt nicht mehr zur Verfügung steht.
Ob Co-Trainer Christoph Schubart weitermacht, sei laut Oetzel ebenfalls noch offen. Mit den Punktspielen geht’s am 20. Januar zuhause gegen Schlusslicht TV Offenbach II weiter.