Speyer Niemals müde geworden

Lassen es sich schmecken: die Besucher des Brunnenfests am Samstagabend in Berghausen.
Lassen es sich schmecken: die Besucher des Brunnenfests am Samstagabend in Berghausen.

825 Jahre Berghausen haben im Brunnenfest am Wochenende ihren Abschluss gefunden. Vier Wochen ist im großen Stil gefeiert worden. Bewundernswert: Müde geworden sind die Römerberger und ihre Gäste nicht. Der Platz um die Kirche und den Weiberbratenbrunnen ist beim letzten geselligen Spektakel bestens gefüllt.

Eins ist klar: Die Vereine sind eingespielt. Selbst angesichts der gewaltigen Mehrarbeit in diesem Jahr gibt es k(aum)ein Murren. Klar, der eine oder andere Ehrenamtliche leidet nicht nur unter beständigem Ansturm auf Spießbraten, Steak und Co., sondern auch unter der Hitze. Berghausen kocht unter der Sonne an allen Festtagen im Juni. Trotzdem: Kreativ sind die Mitwirkenden schon im Vorfeld gewesen und damit wecken sie die Neugier der Besucher. Was bitte hat ein Musikantenkäse, was ein anderer Käse nicht hat? „Der ist mit ganz viel Liebe und Musik gemacht“, klärt Katharina Knoch auf. Ihr erfrischendes Lachen beweist: Da muss was dran sein. Und drin. Selbst eingelegt werde der Käse von einer Mädelsgruppe des Musikvereins Berghausen, sagt Knoch: „Schön in Essig und Öl, damit er gut aufgeht.“ Dann kommt die Würze, das Geheimnis des Ganzen, und schließlich die Deko mit Radieschen und Salzgebäck. Zünftig, der Musikantenkäse – wie die Musik, die Saxofonistin Knoch mit ihrem Verein und den Gastspielern bietet. Geheimnisse gibt es weitere. Dass die Schlammbowle bei der Weiberbratenvereinigung definitiv besser schmeckt als ihr Name klingt, wissen mittlerweile alle. Aufhorchen lässt der Titel „Berghäuser Römerbraten“ – ein nächster neuer Speise-Stern am Brunnenfest-Himmel beim Fußballverein. Die erste Angabe von Dana Burkard kommt einem bekannt vor: „Alles ist handgemacht und mit viel Liebe hergestellt.“ Und die Besonderheit eines Berghäuser Bratens? Die Vertreterin des Wirtschaftsausschusses denkt nach. Die Blitzidee will nicht recht kommen, also folgt die Wahrheit: „Unseren Braten geben wir zu bestimmten Anlässen entsprechende Namen: EM-Braten, Brasilianischer Braten zur WM oder eben Römerbraten zum Jubiläum.“ Aktionsbraten serviert der FV Berghausen also, sagt Burkard und grinst. Ein Gag, der ankommt. Und: „Der Hersteller ist auch ein Römerberger.“ Wie die Verbindung von Speise und Titel im nächsten Fall zustande kommt, dürfte besonders spannend werden. Zum ersten Mal bieten die Pälzer Scholleklobber Tornadokartoffeln an. Auweia. Aber: Sie sind nur halb so gefährlich wie sie sich anhören. „Die werden gezwirbelt wie ein Tornado“, lautet die simple Erklärung aus der Küche. Testgegessen wurde die künstlerische Knabberei im Vorfeld, versichert die Vorsitzende Sandra Berger und berichtet von ersten Brunnenfest-Erfolgen: „Sie wird gut nachgefragt.“ Musik wird auch gern gehört. Sieben Mal an drei Tagen an zwei Standorten – das ist ein Wort. Der Ortskartell-Vorsitzende Helmut Kühner lobt die Leistung der Vereine und die Anzahl der Besucher am letzten Juni-Wochenende. „Wir sind extrem überrascht, dass trotz des Jubiläums beim Brunnenfest noch mehr Leute da sind als in der Vergangenheit“, sagt er der RHEINPFALZ. Dass das Klientel ein anderes als beim Jubiläumsfest ist, bestätigt er: „Damals waren es eher Gäste aus der Verbandsgemeinde, diesmal sind es die Römerberger und viele Speyerer – das typische Brunnenfest-Publikum also.“ Froh ist Kühner, vom Jubiläum etwas abgeben zu können. 2450 Euro wurden bei der Eröffnung an den Vereinsvorsitzenden der Lebenshilfe Speyer-Schifferstadt, Gerhard Wissmann, übergeben. Das Geld kam beim Waffelverkauf der Weiberbratenvereinigung und beim Benefizkonzert in der Rhein-Pfalz-Halle zusammen.

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