Speyer „Nicht wegschauen“

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Ganz Deutschland gedenkt am Volkstrauertag den Opfern von Gewaltherrschaft, Terror und Krieg. Am Denkmal für die Kriegsopfer sind gestern zahlreiche Besucher zur zentralen Gedenkstunde des Rhein-Pfalz-Kreises auf den Dudenhofener Friedhof gekommen.

„Frieden, Freiheit und Mitmenschlichkeit sind keine Selbstverständlichkeit“, mahnte Landrat Clemens Körner (CDU) zum aktiven Engagement. „Es braucht Menschen und Staaten, die sich für friedliche Lösungen einsetzen.“ Am Beispiel der Dudenhofener Partnergemeinde Martell in Südtirol zeigte Körner Auswirkungen von Diktatur und Unrecht auf. Erst 1992 sei der Streit Österreichs und Italiens um Südtirol beigelegt worden, wies er auf weitreichende Kriegsfolgen für die Südtiroler hin. „Dank der Europäischen Union und dem damit verbundenen Zusammenwachsen Europas sind Grenzen verschwunden“, betonte Körner. Auch Partnerschaften hätten daran ihren Anteil. Nicht nur die Opfer vergangener Kriege seien zu beklagen, sagte der Landrat. Am ersten Jahrestag der Terror-Anschläge in Paris machte er auf die Millionen Menschen aufmerksam, die derzeit weltweit in Kriegs- und Krisenregionen lebten. Die, die Krieg, Flucht, Haft und Verfolgung überstanden hätten, litten lebenslang an den physischen und psychischen Folgen. Körner appellierte an die Zuhörer, „nicht wegzusehen, wenn Unrecht geschieht.“ Dazu riefen auch Jiana Agha, Anna Offenhäuser, Angelina Ventura und Celine Wiesner, Zehntklässlerinnen der Realschule plus Dudenhofen, auf. Sie erinnerten an den Holocaust-Überlebenden Max Mannheimer, der kurz vor dem Schul-Besuch in der KZ-Gedenkstätte Dachau verstorben sei. „Ihr seid nicht schuldig für das, was war, aber verantwortlich für das, was geschieht“: Diese Botschaft Mannheimers gaben die Schülerinnen an die Umstehenden weiter. Lilli Birkel, Mitglied im Dudenhofener Ortskartell-Vorstand gedachte der Verfolgten, Getöteten, Hass- und Gewaltopfer aller Völker. Kränze des Rhein-Pfalz-Kreises, des Ortskartells Dudenhofen, der Partnergemeinde Martell und des Volksbunds Deutsche Kriegsgräberfürsorge legten Körner, Ortsbürgermeister Peter Eberhard (CDU) und Volksbund-Vertreter feierlich am Denkmal für die Kriegsopfer nieder. Zu den Klängen vom „guten Kameraden“ zogen die Versammelten zu einer weiteren Kranzniederlegung zum Grab von Josef Zettler, bis 1984 Bürgermeister von Dudenhofen. Er habe die Partnerschaft Dudenhofen-Martell maßgeblich in Gang gesetzt, erklärte Eberhard auf RHEINPFALZ-Nachfrage. Musikalisch begleitet wurden Gedenkstunde und Totenfeier von der Blaskapelle Dudenhofen und vom Männerchor der Dudenhofener Liedertafel unter der Leitung von Rainer Diehl. |kya

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