Speyer Neuster Zugang kommt aus Sri Lanka

SPEYER. „Ich habe die Sachen, die andere nicht haben.“ Vor sieben Jahren hat Ingo Nothhelfer, Inhaber einer Gärtnerei mit Ladengeschäft am Speyerer Altpörtel, ein neues Hobby entdeckt: Kräuter und Duftpflanzen. Seitdem testet er jedes Jahr neue exotische Pflanzen – für sich selbst und für seine Kunden.
Pfefferminze sucht man in den Gewächshäusern im Gottfried-Renn-Weg vergeblich, dafür findet man 25 andere Sorten Minze. 50 Sorten Chili – bis hin zur allerschärfsten –, verschiedene Sorten Salbei, Chinesischer Wasserspinat, Wasabi-Strauch, Zitronenbohnenkraut, scharfer Oregano, Coca-Cola-Strauch oder Perückenthymian: Nothhelfers Angebot unterscheidet sich von dem in Gartenmärkten. Darauf legt der Chef des 110 Jahre alten Betriebs großen Wert. Inzwischen beschäftigt sich Ingo Nothhelfer intensiv mit Kräutern und Duftpflanzen. Angefangen hat es mit dem Jiaogulan, dem aus Asien stammenden „Kraut der Unsterblichkeit“. Die traditionelle Heilpflanze verfügt über Wirkstoffe, die denen des Ginsengs ähnlich sind. Zwei Blätter am Tag naschen oder Jiaogulan-Tee trinken soll der Gesundheit helfen. Seine Mutterpflanze bezog der Speyerer aus einer Spezialgärtnerei in Israel. Seitdem probiert er jedes Jahr neue exotische Kräuter aus – vor allem um zu sehen, wie die Pflanzen mit dem Klima in Speyer zurechtkommen. Zuletzt hat Nothhelfer ein Jungpflanzen-Sortiment aus Sri Lanka geordert, zu dem unter anderem Wunderbeere, Pandanuss und die Indische Maulbeere zählen. Aufmerksam wird er auf die Pflanzen durch Kollegen, mit denen er in einem Netzwerk verbunden ist. Die Kräuter- und Duftpflanzenabteilung gewinnt bei ihm von Jahr zu Jahr mehr Platz. Eine seiner Geraniensorten könne mit ihrem Duft sogar Schnaken vertreiben, sagt er. Längst ist Nothhelfer bei mehr als 100 Sorten von Kräutern und Duftpflanzen angelangt. Daneben bietet sein Geschäft ein großes Palmensortiment, fachgerechte Überwinterung großer Freilandpflanzen und im Dezember einen großen Weihnachtsbaumverkauf. Eigentlich will Nothhelfer sein Angebot an Kräuter- und Duftpflanzen nicht an die große Glocke hängen. Er setze auf Mundpropaganda und freue sich über Kunden, die seine günstige Auswahl zu schätzen wissen. „Es ist noch immer ein Hobby“, betont er, „und ein Lebensgenuss.“ (yvw)