Speyer
Neuer Standort gesucht für Burgstraßen-Flohmarkt
Mittwochs und freitags gehen viele Speyerer auf den Flohmarkt. Das ist für sie Tradition. Vor 19 Jahren hat Ludwig Friedt das Gelände von der Bahn gemietet. Der Vertrag wurde wegen bevorstehender DB-Bauarbeiten zum Jahresende 2020 zunächst für zwei Jahre aufgelöst, so Friedt. Mit Einschränkungen für den Flohmarkt wegen der bereits begonnenen Sanierungsarbeiten am Viadukt nebenan hätte er noch leben können, so Friedt auf Anfrage. Jetzt steht die Fläche zwischen Brücke, Awo-Seniorenhaus und Sitz der Baugenossenschaft vollständig nicht mehr zur Verfügung. Friedt befürchtet, dass die Zukunft seines Flohmarkts damit bedroht ist. Er hat bei der Stadt um Hilfe gebeten.
„Ich würde den Flohmarkt sehr gerne in Speyer halten“, erklärt Oberbürgermeisterin Stefanie Seiler (SPD) auf Anfrage. Dafür müsse aber ein Standort gefunden werden, der die Bedingungen für einen reibungslosen Ablauf der Veranstaltung – auch unter Corona-Regeln – erfülle, Pkw-Parkplätze vorhalte und mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut erreichbar sei.
Zu Umzug bereit
Friedt ist zu Verhandlungen mit der Stadt in jeder Hinsicht bereit. „Auch ein Umzug des Flohmarkts wäre kein Problem“, versichert er. Ihm wäre etwa ein Bereich des Festplatzes recht. Er benötige für den Betrieb weder Strom- noch Wasseranschlüsse, entsorge anfallenden Müll direkt nach jeder Veranstaltung und garantiere die Einhaltung vorgeschriebener Abstände zwischen den Ständen. Bis Anfang November konnte Friedt den Flohmarkt an der Burgstraße unter Beachtung der jeweils gültigen Corona-Verordnungen betreiben. Der darauf folgende Shutdown machte die Schließung nötig. „Bisher gibt es keinen Termin zur Öffnung von Flohmärkten in Rheinland-Pfalz“, sagt Friedt.
Der Betreiber hofft auf Unterstützung der Stadt, um sein Angebot weiterhin zweimal wöchentlich machen zu können. Unter anderem Senioren nähmen es gerne wahr, betont er den sozialen Aspekt des Flohmarkts. „Für viele ist er ein Treffpunkt, auf dem es sich bei einem Kaffee gut verweilen lässt“, beschreibt er die Sehnsucht von Anbietern und Besuchern nach einem Wiedersehen. „Ich bin für eine Weiterführung sehr aufgeschlossen“, betont die Oberbürgermeisterin.