Speyer Neue Kindertagesstätte kostet 750 000 Euro
Die neue zweigruppige Kindertagesstätte in Dudenhofen wird in Fertigbauweise errichtet. Mit ihrer absoluten Mehrheit im Ortsgemeinderat hat die CDU-Fraktion bei der Sitzung am Mittwochabend für die „modulare Bauweise“ gestimmt.
Wie in der Abstimmung zur Standortfrage vor der Sommerpause stimmten SPD, Grüne, FWG und FDP geschlossen gegen die CDU. Die anderen Fraktionen wollten, dass die Kita in „konventioneller Bauweise“ errichtet wird – also Stein auf Stein. CDU-Sprecherin Laura Fauß begründete den Wunsch nach Fertigbauweise mit dem günstigeren Preis. Am einmal vereinbarten Festpreis sei später nicht mehr zu rütteln, der Bau sei schneller zu realisieren, die Bauart habe nichts von einem Container. Vor den Ausschuss- und Ratssitzungen hatten sich die Fraktionen in entsprechenden Einrichtungen der Verbandsgemeinde Römerberg-Dudenhofen, Speyer, Dossenheim (Rhein-Neckar-Kreis) und Morsbach (Nordrhein-Westfalen) informiert. Einige der von der Verwaltung aufgeführten Vor- und Nachteile beider Systeme: Preis der Kita in konventioneller Bauweise etwa 950.000 Euro, elf Monate Bauzeit, flexiblere Abmessungen, längere „Lebenserwartung“. Die Punkte für die modulare Bauweise: Preis um 750.000 Euro, Fertigstellung in sieben Monaten, Investitionssicherheit, als Minus die kürzere Haltbarkeit. Wilhelm Kannegießer (SPD) fühlte sich unter Zeitdruck: „Dass Kitaplätze für zwei bis drei Gruppen fehlen, ist seit Jahresbeginn bekannt, dennoch hat die Verwaltung lange nicht reagiert und brachte mit ihrer Untätigkeit den Gemeinderat in die Bredouille.“ Unverständlich sei für ihn zudem die getrennte Abstimmung über Standort und Bauweise. Trotz höherem Preis plädierte er für einen Hort „Stein auf Stein“. Dem modularen Modell schrieb Kannegießer eine Haltbarkeit von 30 Jahren, dem konventionellen von 50 bis 60 Jahren zu. Bei modular seien die Nutzungsmöglichkeiten festgelegt („konventionell ist ein angepasster Grundriss jederzeit veränderbar“), schwinge der Boden im gesamten Gebäude (so gefühlt in einer Speyerer Kita), sei das Flachdach sanierungsanfällig. Eine Einrichtung für zwei Gruppen hielt der SPD-Sprecher für nicht ausreichend: „Damit stehen wir in wenigen Jahren vor der gleichen Diskussion.“ Für eine „nachhaltige Bauweise“ wollte Reinhard Burck (Grüne) Mehrkosten von rund 200.000 Euro „in Kauf nehmen“. Bei Abwägung der Alternativen würden bei modular die Nachteile überwiegen. Überhaupt hätte die Verwaltung früher in die Gänge kommen müssen: „Manchem mangelt es an vorausschauendem Denken.“ Manfred Hook (FWG) mochte „nicht mehr alles Gesagte wiederholen“, beschränkte sich auf die Anmerkungen „Stein auf Stein bauen. Es ist absehbar, dass bald zwei weitere Gruppenräume benötigt werden“. Ungewohnt kurz die Einlassung von Jürgen Creutzmann (FDP): „Wir halten den Standort für falsch, zwei Gruppen sind zu klein.“ Zur Erinnerung: Bei der Standortfrage vor der Sommerpause stimmten SPD, Grüne und FWG für eine Kita am Mausberg, die FDP für den Umbau des katholischen Pfarrheims. Ortsbürgermeister Peter Eberhard (CDU) verteidigte sowohl den zeitlichen Ablauf („wir haben schnell genug gehandelt“) wie auch den Standort und die Bauweise. Hinter der Realschule zu bauen, komme die Gemeinde 700.000 Euro billiger, mache mit den 250.000 Euro weniger in modular („ist termin-, planungs- und kostensicher“) rund eine Million Euro. Gäbe es „irgendwann“ weiteren Bedarf, könne an die bestehenden Kitas Naseweis und St. Kunigunde angebaut werden. Die von Eberhard genannten 700.000 Euro an eingesparten Bauplatzkosten relativierte Creutzmann mit dem Vorzeichen „theoretisch“: „Laut Bebauungsplan kann der Spielplatz im Mausberg nicht mir-nichts-dir-nichts in Bauland umgewidmet werden.“ (län)