Speyer
Neu im Auwald: Stamm-an-Stamm-System
Vier Biotopbäume sind nach Mitteilung der SGD im Zusammenhang mit den seit Dezember 2020 laufenden Baumfällungen am Deich „verpflanzt“ worden. Es handle sind um einen Teil der insgesamt 124 zur Fällung anstehenden Exemplare. In den vier Bäumen seien Bruthöhlen von Fledermäusen und Vögeln gefunden worden waren. „Außerdem können sie auch holzbewohnenden Insekten als Lebensraum dienen“, so die SGD. Folge: Die Hybrid-Pappeln wurden als Stamm entnommen, auf bis zu zehn Meter gekürzt und im nahen Auwald an noch wachsenden Pappeln aufrecht verankert. Wurzeln haben sie keine mehr.
Die Stämme der Biotopbäume wurden laut SGD mit Spanngurten an den Stämmen der Trägerbäume befestigt. Dafür seien Baumkletterer des Speyerer Kletterwalds im Einsatz gewesen. SGD-Präsident Hannes Kopf dankte ihnen wie auch der Stadt, den Forstbehörden und dem Büro Natur und Raum für ihre Unterstützung der Deichmeisterei.
Hintergrund: Hochwasserschutz
Die Fällungen waren notwendig geworden, weil die Deichsicherheit durch die zu nahe am Hochwasserschutzwall stehenden Bäume „altersbedingt zunehmend gefährdet wurde“. Die SGD erklärt: „Stürzen solche Bäume um, reißen sie mit ihren Wurzeltellern die abdichtenden Deckschichten auf und lassen dem Druckwasser freien Zutritt unter dem Deich hindurch. Dieses Phänomen hat in der Vergangenheit bereits zu gefährlichen Deichbrüchen geführt.“ Um ein Abfaulen zu verhindern, werde der gesamte Wurzelraum aufgegraben und anders verfüllt. Der Deichschutzstreifen müsse fünf Meter breit sein.