Speyer Nachgefragt: Reinhard Oelbermann: „Es ist nichts Böses dahinter“

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Buchhändler Reinhard Oelbermann hält die Vermutung von Günter Herrmann, dass er die Schulbuchausleihe für die Grundschulen in Hanhofen, Harthausen und Dudenhofen nur deshalb bekommen habe, weil er CDU-Ratsmitglied sei, für unsinnig und begründet das mit der bisherigen Handhabung in der ehemaligen Verbandsgemeinde Dudenhofen: „Ich konnte mich im Rat tummeln soviel ich wollte – und habe kein einziges Buch verkauft.“ Der Dudenhofener Oelbermann war schon vor der Fusion Ratsmitglied – und da hatte Lesen und Schreiben Herrmann die Schulbuchausleihe vorgenommen. Die Entscheidung sei eine Sache der Verwaltung gewesen, die das System vereinheitlichen wollte, sagt Oelbermann, der neben dem Hauptgeschäft in Speyer Filialen in Schifferstadt und Limburgerhof hat. Bislang habe Oelbermann in der bisherigen Gemeinde Römerberg die Schulbuch-Ausleihe organisiert, in der Ex-Verbandsgemeinde Dudenhofen hätten sich Verwaltungsleute um die Weiterbearbeitung der bestellten Bücher gekümmert: „Aber es war niemand mehr da, der das macht“, sei ihm erklärt worden. Von seiner Seite gelte: „Es ist nichts Böses dahinter.“ Dass er sich nicht gegen einen Auftrag wehre, sei doch klar. Oelbermann sagt, der Schulbuchbereich sei ein wichtiger Bereich, aber man verdiene damit auch nicht das ganz große Geld, weil von der geringen Handelsspanne auch noch ein Nachlass an die öffentliche Hand zu gewähren sei. Sein Geschäft kümmert sich um die Ausleihe „von Herxheim bis Bobenheim-Roxheim“. Die Lehrbücher werden zurückgenommen, begutachtet, im Computer gelistet. In einer Lagerhalle im Speyerer Industriegebiet kommen die neu bestellten Bücher an, werden nach Schultypus, Schule und Bestellung kommissioniert, elektronisch verwaltet und zur Auslieferung fertig gemacht. Drei Jahre dauert das Leben eines Schulbuchs im Ausleihzirkus. Jeder Schüler zahlt ein Drittel des Neupreises. Angesichts des großen logistischen Aufwands, der mit der Schulbuchausleihe verbunden ist, steht für Oelbermann fest: „Entweder man macht es halbwegs groß oder man lässt es sein.“ (snr)

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