Speyer Nach Vierteljahrhundert entschärft

Ein dicker Brocken, der Dudenhofens Bürgermeister Peter Eberhard (CDU) von der Schulter rollte: Rechtzeitig zum Start der Spargelzeit konnte er gestern mit einer Verkehrsbegehung den umgebauten Kreuzungsbereich Landauer Straße/Hofgraben/Carl-Zimmermann-Straße offiziell freigeben. Fertig ist auch die neu gestaltete Einmündung Obere Mühlstraße/Landauer Straße, auf deren Insel er einen Baum pflanzte.
zeigte sich erleichtert: „Toll, dass es zeitlich geklappt hat, dass speziell die Landwirte nicht länger weite Umwege fahren müssen.“ Was er bei der Verkehrsbegehung mit Anwohnern, Ratsmitgliedern und Vertretern der beteiligten Behörden und Firmen sah, gefiel dem Bürgermeister: „Sieht gut aus.“ Besonders wichtig sind ihm die barrierefreien Überwege in den drei Straßen rund um die Kreuzung. Ansonsten: „In den nächsten Tagen werden sich alle erst einmal an die neue Verkehrsführung und die Optik gewöhnen müssen.“ Gekostet hat die Maßnahme rund 180.000 Euro. Erste Kritik eines Bürgers: „Der Fußgänger- und Radfahrerüberweg an der Ecke Landauer und Carl-Zimmermann-Straße ist schwer, kaum einsehbar.“ Für Verbesserungsvorschläge der Dudenhofener ist Eberhard offen: „Wir bleiben im Gespräch.“ Auch mit dem Landesbetrieb Mobilität (LBM) will sich der Bürgermeister zu einer Nachbetrachtung zusammensetzen: „Wenn möglich, werden wir hie und da nachbessern.“ Beispielsweise die Verkehrsführung mit Pfeilen verdeutlichen. An der Ecke Obere Mühlstraße/Landauer Straße markiert seit gestern ein Baum die Ausfahrt. Eberhard: „Auch ein wenig Grün im grauen Asphalt.“ Die von ihm referierte lange Geschichte des Kreuzungsbereiches: Im Mai 1990 der Beschluss des Gemeinderates, im Zuge der Resterschließungsarbeiten für das Baugebiet Hofgraben ein Büro mit der Überplanung des Verkehrsknotenpunktes Landauer Straße/Carl-Zimmermann-Straße zu beauftragen. Bei einer Anliegerversammlung 1991 gab es die erste Forderung, das Drei-Straßen-Eck zu entschärfen. 1992 folgte eine Entwurfsplanung mit geschätzten Kosten von 386.500 D-Mark, 1995 Ortstermin, 2000 Planungsneuvergabe. Weitere fünf Jahre später noch mal Objektplanungsvergabe im Rat, im Februar 2006 fordert der LBM eine „stichhaltige Begründung der Maßnahme“, schlägt 2010 den Bau eines Kreisels vor. Da Privatgrundstücke betroffen wären, lehnt der Gemeinderat ab. 2011 neue Vorschläge, 2014 einigen sich Gemeinde und LBM auf das jetzige Konzept. Von dem Manfred Borell, stellvertretender Leiter des LBM Speyer, überzeugt ist: „Die Straße und das Eck sind sicherer geworden.“ Die Dauer von 25 Jahren sei nicht außergewöhnlich: „Bei solchen Vorhaben ist in dem Zeitrahmen zu rechnen.“ Wolfgang Reiß von der mit dem Straßenbau beauftragten Firma Johann Schön und Sohn brachte Eberhards Schulterlast ins Rollen: „Wir haben uns an den vereinbarten Übergabetermin gehalten.“ (län)