Am Rande Nach „Knöllchen“ für Sanitäterin: Leser senden Signale ins Rathaus

Bereich des ehemaligen Stiftungskrankenhauses in der Spitalgasse: Parkraum wird kontrolliert.
Bereich des ehemaligen Stiftungskrankenhauses in der Spitalgasse: Parkraum wird kontrolliert.

„Keine Kulanz für Sanitäterin“ war ein RHEINPFALZ-Artikel vom 3. Juni überschrieben. Er stieß auf besondere Resonanz und nahm eine unerwartete Wendung.

Eine Notfallsanitäterin aus Speyer hatte sich so richtig über ein „Knöllchen“ geärgert. Sie hatte es im Januar von der städtischen Ordnungsbehörde erhalten, als sie ihr Auto für einen Probearbeitstag bei den Johannitern vor deren Standort im ehemaligen Stiftungskrankenhaus abgestellt hatte. Sie wollte drinnen nach dem Mitarbeiter-Parkplatz fragen, wurde aber gleich zu einem dringenden Einsatz auf der B9 gerufen, noch bevor sie umparken konnte.

Für sie wäre alles okay gewesen, wenn sich die Stadt kulant gezeigt und die inzwischen auf 56,50 Euro angewachsene 20-Euro-Strafe wegen der besonderen Umstände fallen gelassen hätte, betont die Frau. Weil dem nicht so war, machte sie die Sache öffentlich. Auf den RHEINPFALZ-Artikel dazu gab es eine große Resonanz – ein Teil davon findet sich heute auf der Leserbrief-Seite –, überwiegend mit Zuspruch für die Sanitäterin. Es wurden auch vergleichbare Fälle geschildert und großzügige Angebote gemacht.

„Noch Leben außerhalb“

„Gerne möchte ich – komplett anonym – die Kosten von 56,50 Euro für die Dame übernehmen“, schreibt eine Leserin. Die noble Geste konnte gar nicht mehr zustande kommen, weil sich zuvor schon ein weiterer Leser zur Übernahme der Kosten bereit erklärt hatte und inzwischen auch das dafür nötige Aktenzeichen erhalten hat. Er will ohne Zwischenstation direkt an die Kommune zahlen und begründet das so: „Damit auch eine Stadt und die dort tätigen Mitarbeiter merken, dass es noch Leben außerhalb des Dienstgebäudes gibt, fände ich die Überweisung an die Stadt für angemessen.“

Er schätze die Arbeit der Rettungsdienste sehr hoch ein und urteilt: „Eine gewisse Nachsicht wäre in diesem Fall sehr bürgernah gewesen.“ Natürlich müsse es Vorgaben geben, aber er verstehe auch nicht, dass die „besonderen Umstände“, bei denen die Stadt nach eigenen Aussagen „Knöllchen“ nochmals prüft, in diesem Fall nicht anerkannt wurden. Gut 30.000 Parkverstöße werden übrigens pro Jahr in Speyer geahndet. „Vorschriftenbewahrer sind mir oftmals suspekt, und man sollte da ein wenig nachjustieren“, fügt der aus einem anderen Teil der Pfalz stammende Mann hinzu.

Die Betroffene ist überwältigt: Die Hilfsbereitschaft und die Anerkennung für ihren beruflichen Einsatz seien großartig. Sie sei dankbar, dass es so gute Menschen gebe.

Mehr zum Thema
x