Speyer
Nach dem Berufs-Schnuppertraining gibt es die kleine Polizeikelle
Herbstlich ist es im Wald nahe Speyer und Dudenhofen. Fünf Leute laufen am Samstagvormittag eine Runde. Sie machen sich warm. Vorneweg Monia Knis und Jonas Schröder. Die Polizisten kommen von der Inspektion Frankenthal, sind Einstellungsberater. „Wir sind in den Dienststellen quasi die Ansprechpartner für Interessierte und Bewerber“, sagt Knis.
Die Idee hinter dem Schnupper-Sporttest: Die jungen Menschen sollen sehen, ob sie fit genug sind, welche Schwächen sie vor einem echten Test noch aufholen müssen – und sie sollen mit Beamten ins Gespräch kommen. Das ist nach der Warmlaufrunde auch das Erste, was passiert: sich vorstellen, reden und sich kennenlernen. Drei Kandidaten haben den Mut und machen mit, die beiden 14-jährigen Speyerer Sabah Alhussien und Simon Dziok sowie die 32-jährige Hülya Sütcü aus Kupferzell in Baden-Württemberg.
Die Drei haben im Internet von der Veranstaltung gelesen. „Ich arbeite seit zehn Jahren in leitender Position bei einer Firma in Kupferzell und möchte nun gerne zur Polizei“, erklärt Hülya Sütcü. Sie habe vor, es in Rheinland-Pfalz, Hessen und eben ihrem Heimat-Bundesland mit der Aufnahmeprüfung zu versuchen. Den Test hier sieht sie als sehr gute Einstimmung. Die Speyerer möchten nach ihrer Mittleren Reife in den Dienst der Polizei eintreten.
Jonas Schröder erklärt, welche Wege es zum Beamten gibt. „Wer hier studiert, bekommt nicht nur eine tolle fachliche Ausbildung, er verdient während des Studiums auf dem Campus Hahn sogar Geld“, wirbt der Polizist, der seinen Dienst auf der Wache in Maxdorf verrichtet. Heute geht es erst mal über den Trimm-dich-Pfad – kostenlos und ohne Gehalt, die 15 Stationen sollen von den drei „Anwärtern“ absolviert werden. Es gehe aber nicht um sportliche Leistung, vielmehr ums Kennenlernen und den Austausch. „Wir wollen locker ins Gespräch kommen, machen zwar Station für Station, aber am Ende sollen alle Spaß gehabt haben“, so Knis.
Dabei bleibt der sportliche Aspekt nicht im Streifenwagen zurück, nein, die Drei müssen direkt zeigen, was in ihnen steckt. Klimmzug. Wobei es kein reiner Klimmzug nach Turnvater Jahns Idee sein muss, vielmehr muss das Kinn über die Reckstange spitzeln. Das ist dem echten Einstellungstest sehr ähnlich. Überhaupt kommen auf dem Trimm-dich-Pfad viele Elemente des Sporttests vor, Geschicklichkeit, Sprungkraft und Ausdauer, die drei Interessenten sind jedenfalls voll dabei und nach ein paar Stationen bestens aufgewärmt.
„In der Ausbildung wird viel Wert auf Sport gelegt“, sagt Schröder. Er betont, dass die Polizeischule ganz viele Anforderungen bereithält. „Die Verteilung zwischen Theorie und Praxis liegt bei 60 zu 40.“ Schon von Beginn an würden die Schüler oft bei Praktika auf Dienststellen eingesetzt und dürften bei ungefährlichen Einsätzen als dritte Kraft mitfahren. „Im Alltag haben wir auf den Dienststellen aber wenig Zeit, uns mit Bewerbern zu unterhalten, daher finden diese Schnuppertage statt“, sagt Knis. Ihr gehe es auch um die Atmosphäre, hier zwischen kultigen 80er-Jahren-Sportgeräten und in der freien Natur sei es einfach ungezwungener.
Am Ende sind alle drei Kandidaten platt und froh, die Trimm-Dich-Hürden gemeistert zu haben. Als Dankeschön und Erinnerung gibt es von den Beamten Lob und eine Tasche mit Geschenken, darunter eine kleine Polizeikelle, damit die Drei schon mal das Rauswinken üben können.
Termin
Den nächsten Sport-Schnupperkurs gibt es am Sonntag, 3. November, von 13 bis 16 Uhr an der Turnhalle des TuS Altrip. Kontaktmöglichkeit per E-Mail an pispeyer.einstellungen@polizei.rlp.de oder an pifrankenthal.einstellungen@polizei.rlp.de.