Dudenhofen RHEINPFALZ Plus Artikel Muttertagskonzert in St. Gangolf

Muttertagskonzert in Dudenhofen.
Muttertagskonzert in Dudenhofen.

Dreisprachig in Muttis Herz: Almut-Maie Fingerle führt in Dudenhofen im Muttertagskonzert drei Chöre eindrucksvoll zusammen. Die Hörerschaft geht in St. Gangolf begeistert mit.

Der Chorgesang wandelt sich: Vom gefühlvollen, romantischen Lied zum sowohl Singende wie Hörerschaft zum wippenden Mittun animierenden, rhythmisch prägnanten Songstil. Eine profilierte Musikerin wie Almut-Maie Fingerle weiß das. Deshalb hat sie zum Muttertags-Sonntag in St. Gangolf in Dudenhofen mit drei ihrer teils neu gegründeten oder in neuer Zusammensetzung weiter geführten Chören ein dreisprachiges Programm aus Songs, Schlagern und Filmmusiken unter dem zu Ehren der Mütter naheliegenden Motto „Liebe“ zusammen gestellt. Ob in der kleinen Formation von einem Dutzend Singender oder im großen Gesamtchor von beinahe 60 Sängerinnen und Sängern: Immer sprang der Funke von der Sängerschar auf die Hörenden in der guten „Liebes“-Stunde über, schlugen die Wogen der Begeisterung hoch und stiegen Vorfreude und Spannung auf die kommenden Programmpunkte.

Als Dirigentin übertrug Fingerle ihre Begeisterung gestisch sichtlich effektiv auf die Singenden. Nicht nur das: Sie moderierte ihr Programm auch gut gelaunt und aufgekratzt und mit Einbindung von Sprechenden aus den Chören zu deren Gesangs-Motivation. Und sie war nicht zu reserviert in ihre Notentexte vertieft, um sich nicht mehrmals auch zum Publikum zum auffordernden Mitsingen und Mit-Klatschen der bekannten Hits umzudrehen. Englische Schlagertexte sind ohnehin Gemeingut. Und von französischen Film-Chansons kennt man hierzulande nahe der Frankreich-Grenze und dank langjähriger Gemeindepartnerschaften ja auch einiges.

Griffige Rhythmik

Das abwechslungsreiche, trotz mehrfacher Auftritts-Wechsel der Chöre doch flott abgelaufene Muttertags-Programm hatte natürlich auch einen verlässlichen Klanggrund nötig. Er war mit dem Musikpädagogen Christoph Janz, seines Zeichens Schulmusiker am Hans-Purrmann-Gymnasium, am E-Piano zur Stelle: Einem echten, rhythmus-griffigen Musiker, der nicht nur untadelig und gewandt intonierte, sondern bei Wiederholungszeilen und Strophen auch mit variantenreichen Umspielungen erfreute.

Klangstabil begann der Gesamtchor aus dem gastgebenden Dudenhofener „Chorissimo“, den frankophilen „Chansonettes“ und dem Speyerer Musikschul-„Vocademu“ mit Reinhard Meys „Über den Wolken muss die Freiheit grenzenlos sein“, wobei für die französischen Zeilen dynamisch fein abgestuft wurde. Noch höhere Wellen schlug der 60köpfige Gesamtchor zum Finale im bunten Wechselgesang mit dem farbenreichen „We are the world“, bei dem alle nach Leon Osters Rap-Einlage zu Champions werden

durften: Ob die malerische Sängerschar in ihren rot-weissen oder türkisfarbenen Schals oder die begeistert einstimmenden Hörenden, die nach den „Zugabe“-Rufen dann prompt das erfreuende „O Champs Elysées“ erhielten.

Flotte Kinderfreude

Allein zeigte der kleinste der Chöre, der aus dem Vokalensemble der Musikschule Speyer durch sprachliche Verkürzung als „Vocademu“ getaufte Kleinchor, schon schöne Stimmbildungsarbeit. Irische Schlaf- und Naturlieder tönten zart und mit summenden Begleitstimmen ans Ohr. In „White Winter Hymnal“ klangen Freuden der Kindheit kanonisch-flott ans Ohr, während im „Riverdance“ lustige Silben der Frauen eine mühevolle Treidel-Kahnfahrt erleichterten.

Zu dem lustigen Wechselgesang „Vois sur ton chemin!“ („Achte auf Deinen Weg!“) aus dem Film „Die Kinder des Lehrers Mathieu“ gesellten sich dann die gut zwei Dutzend Kehlen der „Chansonettes“ aus der französischen Bibliothek in der Speyerer Rulandstraße im eilenden Silbengsang hinzu.

Allein stimmten die „Chansonettes“ lieblich das Valse-Musette-Metrum in „La Tendresse“ an, um danach herzhaft rhythmisiert in „Donnez-moi“ von Sonne und Schönheit sowie in „Je veux“ temporeich und trefflich akzentuiert von Freude und guter Laune zu künden.

Dynamisch aufgewölbt

Vielfarbig und abwechslungsreich ließen sich auch die Beiträge des aus verschiedenen Dudenhofener Singgruppen entstandenen, leistungsfähigen „Chorissimo“ mit seiner 30köpfigen Sängerschar an: Schön aufgewölbt und in Legatokultur verklingend hörte man (noch mit den „Chansonettes“) „Die Rose“. Danach erstieg „Chorissimo“ allein mit „Fly with me“ den vielleicht schönsten Programm-Beitrag: In liebevollem Ansatz wunderschön ausgeformt und gut gesteigert. Dann gabs noch bunt durch die Tonarten eilend „Music in my heart“ und in beständig zunehmender Dynamik „You’ll be in my heart“ von beständiger Mutterliebe als besonderem Merkzeichen für Fingerles Programm-Motto.

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