Speyer Monika Feth nimmt sich Zeit für Fans

Placeholder-Image

Als die Erfolgsautorin Monika Feth einem Verleger eröffnet hat, dass sie einen Psychothriller für Jugendliche schreiben wolle, in dem sich die Freundin des Opfers in den Mörder verliebt, war das Urteil niederschmetternd. „Keine Chance!“, urteilte der Verleger. Monika Feth hat es trotzdem getan und bei ihrer Lesung am Freitagabend in der Mediathek in Berghausen viele Zuhörerinnen erfreut.

Obwohl der Thriller „Der Erdbeerpflücker“ bei seinem Erscheinen 2003 kaum beworben wurde, stand er bald ganz oben auf der Spiegel-Bestsellerliste. Die Autorin aus der Nähe von Köln hatte damit ein neues Genre geschaffen: Psychothriller für junge Leser. Dem Buch folgte ein weiteres, und noch eins und daraus schließlich eine Thriller-Serie mit inzwischen sieben Bänden. „Ich hatte nie vorgehabt, eine Reihe zu schreiben“, erklärte Feth ihren Zuhörerinnen in Berghausen. „Sie würden uns das Herz brechen, wenn es zu Ende wäre“, sagte eine junge Zuhörerin. Nun, Monika Feth würde es vermutlich auch das Herz brechen, jedenfalls gab sie zu, dass sie schon manchmal weinen müsste, wenn ein Buch zu Ende geschrieben sei. Ihre Romanfiguren seien schließlich ein Teil von ihr, die ein gewisses Eigenleben entwickelten. „Ich weiß nicht, wie ein Buch ausgeht, wenn ich mit dem Schreiben anfange. Sonst wäre es ja langweilig“, erklärte sie. „Manchmal machen meine Figuren Sachen, die mich selber beeindrucken.“ An Fantasie habe es ihr – sehr zum Leidwesen ihrer Deutschlehrer in der Schule – nie gemangelt. Feth lässt jede ihrer Figuren aus deren Perspektive erzählen. Auch die Täter in ihren Thrillern seien sehr charismatische Menschen, die ihr ans Herz gewachsen seien. Bisher habe sie nur für eine einzige ihrer Figuren keine Sympathie empfinden können, für den gewalttätigen Abel aus „Der Libellenflüsterer“. Aus diesem Buch las sie einige Passagen vor und das Publikum konnte schnell nachfühlen, dass dieser Mann ein recht düsterer Geselle ist. „Wenn ich es bei Ihnen schaffe, ein Kopfkino zu erzeugen, dann habe ich es gut gemacht“, sagte Feth. Monika Feth erzählte dem Publikum viele Anekdoten, die sie als Autorin erlebt. Von den Recherchen mit einem freundlichen Förster, den sie fragte, ob es ihm wirklich nichts ausmachte, dass er als Vorbild für einen unsympathischen Kerl diene. Von einer Gruppe junger Männer, die bei einer Autorenlesung fürchterlich empört gewesen seien, als sie erklärte, dass sie einen Seitensprung ihrer Romanheldin plane. „Ich habe es dann nicht geschehen lassen“, erzählte sie. Monika Feth ist eine Autorin zum Anfassen, sie nimmt sich Zeit für ihre Fans. „In der Mediathek sind die Jette-Thriller so beliebt, dass wir schon Bücher nachkaufen mussten, weil die ersten Exemplare völlig zerlesen waren“, erklärte Mediathek-Leiterin Corinna Seel. „Außerdem sind es bei weitem nicht nur Jugendliche, die die Bücher von Monika Feth ausleihen.“

x