Speyer Momo lernt in der Badewanne

Der Exot und der Star: Hsieh Nien Hsing (links) aus Taiwan mit Europameister Jeffrey Hoogland.
Der Exot und der Star: Hsieh Nien Hsing (links) aus Taiwan mit Europameister Jeffrey Hoogland.

«Dudenhofen.» Doch am Pfingstmontag stockte er in der „Badewanne“ zweimal – chinesische Namen sind wohl nicht seine Sache. Aber wer kann schon auf Anhieb stotterfrei Hsieh Nien Hsing aussprechen, wenn er nicht aus Taiwan kommt, wie der Träger dieses Namens? Der junge Mann aus Fernost lebt freilich schon lange genug in Europa, damit er auch spezielle Nuancierungen seines Namens versteht. Jedenfalls erschien er umgehend nach Lunks Aufruf und trat stramm in die Pedalen. Hsieh Nien Hsing ist Sprinter. Der 20-Jährige mit dem Gardemaß von 1,85 Meter startet zwar für die Association Chinese Taipei, aber auch für das Team des Brandenburgischen Radsport-Verbandes. Dessen Trainer Eyk Pokorny (49), seit 2007 angestellt beim Olympiastützpunkt Brandenburg in Potsdam, war zweimal Weltmeister (1987 als Junior im Sprint, damals noch für die DDR, 1991 im Tandem mit Emmanuel Raasch), achtmal nationaler Titelträger fünfmal Weltcup-Sieger, je dreimal Vizeweltmeister und Europachampion im Sprint, Teamsprint und Tandem – ein Experte also. Er erkannte im Gespräch mit der RHEINPFALZ: Momo, so der Spitzname des Jünglings von der Insel vor China, „ist ein Talent, das aber noch viel lernen muss, vor allem im taktischen Verhalten“. In seiner Heimat hat Hsieh Nien Hsing dazu wohl wenig Gelegenheit, ist er doch der einzige taiwanesische Sprinter von Weltklasse. Um für die Olympischen Spiele 2020 in Tokio gerüstet zu sein, ließ ihn sein Verband zunächst im Trainingszentrum des Internationalen Radsportverbandes UCI in Aigle/Schweiz weiterbilden. Coach Eyk Pokorny: „Weil er eine neue Herausforderung wollte, ist er Oktober 2018 zu uns an den Olympiastützpunkt Brandenburg gewechselt.“ Sport

x