Speyer Mit Suppenspargel das Stechen üben

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Dudenhofen

. Auf den Äckern am Rundweg zur „Spargelspitze“ am Wochenende in Dudenhofen war vom Bleichspargel nichts zu sehen. Die Reihen waren noch mit Folie abgedeckt, frisch angelegt oder bereits abgeerntet. Den anderswo gestochenen Asparagus gab’s an sieben Verpflegungsständen. Grund- und Realschule kredenzten Kuchen und Kaffee, kombiniert mit allerlei Exotischem. Doris und Hans Koloska waren aus Oppau mit dem Fahrrad gekommen und versuchten sich bei ihrer Premiere gleich im Spargelstechen, was sie sich einfacher vorgestellt hatten. „Man muss sie erst einmal finden und ein Gefühl dafür entwickeln“, meinte Doris Koloska. Zudem erwischte sie einen Abschnitt mit unverkäuflichem „Suppenspargel“. Wer wollte, konnte die extrem dünnen Stangen gegen eine Spende zugunsten der Lebenshilfe mitnehmen. Vom Ambiente mitten in der Natur und von Angebot und Konzept der Veranstaltung waren beide begeistert. Hans Koloska: „Wir kommen nächstes Jahr wieder.“ Dass Dudenhofen dem Spargel mit mehreren Festen huldigt, erklärt Bürgermeister Peter Eberhard so: „Wir haben ihm manches zu verdanken und sind stolz auf unser weißes Gold.“ Spargel wird seit rund 2000 Jahren weltweit in etwa 100 Sorten angebaut. Er besteht zu 90 Prozent aus Wasser, zu je zwei Prozent aus Eiweiß und Kohlenhydraten. Seine Wertschätzung verdankt er einigen Mineralien, den wenigen Milligramm essenzieller Aminosäuren und seltener organischer Verbindungen. In Deutschland wurde das erste Spargelbeet 1565 angelegt, um 1870 kam die Pflanze nach Dudenhofen. Den Gästen der kulinarischen Spargelwanderung wollte Bürgermeister Eberhard „mehr als das Gewohnte bieten“. Beispiele für lukullische Kreationen an der „So-Da-Brücke“: Spargel-Wraps bei Rewe, Spieß mit grünem Spargel und Garnelen, Spargelquiche und Spargel-Kartoffel-Ragout bei den Sterntalern, Spargel-Hotdogs beim Turnverein. Auf dessen Spielwiese mit Hüpfburg und Kletterwand war einiges los. Das Angebot des Kirchenchors und der Partnergemeinde Martell: Spargelsalat mit Marteller Käse oder Südtiroler Speck, Süppchen, Schlutzkrapfen mit Spargelfüllung, zum Dessert ein Erdbeerbecher. Über der Brücke gab’s Fingerfood vom Spargel bei „Foonax Events“. Unter dem „gude Zeich“ wie spezieller Senf und Likör von Heike Martin befand sich auch ein von ihr hergestelltes Pesto: grüner Spargel, Walnüsse, Parmesan, Gewürze, Öl. Die Kita St. Kunigunde reichte Spargel-Frischkäse-Pralinen mit Tomatenwürzbrot, dazu schenkte die Kilianer-AG Wein aus. Außerdem im Angebot: vegetarischer Flammkuchen mit Spargel von Straub Catering Artists sowie Spargelpfanne und Spargelbratwurst beim Fußballverein. Thomas und Annemarie Köhler probierten sich durch alles durch, fanden die Gerichte großartig, den Wein toll, nahmen Kuchen für die 88-jährige Mutter mit nach Hause. Sie waren aus Großaspach bei Backnang angereist, hatten das Fest im Weinfestkalender der Pfalz entdeckt. Thomas Köhler: „Uns gefällt die Vielfalt, es ist klein und fein, hat nichts Aufgeblasenes.“ Elfriede Bürger aus Neustadt informierte sich über das Kinderhospiz der Sterntaler, unterstützte die Arbeit mit dem Kauf eines Engels. Das Künstlerteam „GroßARTig“ spendete den Erlös der verkauften Bilder für den Deutschunterricht von Asylbewerbern. Karl-Heinz Bischof aus Hirschhorn schätzte unter anderem die Live-Musik unterwegs von „Simply Swing“, dem Pfälzer Duo und Leierkastenmann Heinrich Cuntz. Samstagabend spielte „The InSpeyering Music Club“ auf der Wingartswiese, am Sonntagmorgen die Blaskapelle nach dem ökumenischen Gottesdienst. (län)

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