Speyer Mit Stromstoß-Pistole auf Streife
Polizisten in Ludwigshafen sind ab sofort mit Elektroschock-Pistolen im Streifendienst unterwegs. Darauf weist das Polizeipräsidium Rheinpfalz hin. Insgesamt acht Geräte sollen speziell geschulten Beamten in den Inspektionen zur Verfügung stehen.
Der Hintergrund: Polizisten sind bei ihren Einsätzen immer wieder mit stark alkoholisierten oder unter Drogen stehenden Menschen konfrontiert, die sich äußerst aggressiv verhalten. Um sie zu überwältigen, konnten sie bisher Pfefferspray oder Schlagstöcke einsetzen. Oft läuft das mit Verletzungen auf beiden Seiten ab. Die Anzahl der Polizeibeamten, die nach Einsätzen medizinisch behandelt werden müssen, ist in den vergangenen Jahren gestiegen. 2017 verzeichnete das Polizeipräsidium Rheinpfalz 21 Fälle. Nutzt der Einsatz körperlicher Gewalt bei einem Tobenden nichts, und er greift zu einem Messer, blieb zum Eigenschutz als letzte Möglichkeit bisher nur der Griff zur Schusswaffe. Mit der Einführung der Elektroschock-Pistole steht den Beamten nun noch ein weiteres Mittel zur Verfügung. Zwei Projektile schießen aus der Waffe und bewirken mit einem Stromstoß eine Kurzzeitlähmung – ein schmerzhaftes Erlebnis für den Angreifer, der wehrlos zu Boden sinkt. Positive Erfahrungen hat die Polizei bei einem einjährigen Pilotprojekt in Trier gesammelt. Dort griffen die Beamten 30 Mal zur Elektroschock-Pistole, die im Fachjargon auch Taser genannt wird. In 21 Fällen war es bereits ausreichend, den Einsatz des Tasers anzudrohen, um einen Angriff zu verhindern. Deswegen sind die Polizisten in Ludwigshafen zuversichtlich: „Die Kollegen der Dienststellen haben großen Erwartungen an die Taser. Sie hoffen auf die deeskalierende Wirkung der Geräte, wie die Testphase bei der Polizei in Trier eindrucksvoll gezeigt hat“, sagt ein Präsidiumssprecher. 30 Beamte aus dem Streifendienst seien bisher im Gebrauch der Elektroschock-Pistolen geschult worden. Die Taser dürfen nur von Beamten eingesetzt werden, die den Umgang damit gelernt haben. Die Polizisten sollen in der Lage sein, zwei mit Drähten verbundene Pfeile gezielt auf den Brustbereich der Zielperson zu schießen – über die Drähte wird dann ein Stromstoß auf den Körper übertragen. Die Geräte sollen nicht gegen Herzkranke, Schwangere und Kinder unter 14 Jahren eingesetzt werden. Für den Einsatz gibt es rechtliche Regeln, die Polizisten bei Fortbildungen lernen müssen. Geschult werden sollen alle Streifenbeamten. Rheinland-Pfalz will die Taser als erstes Bundesland im Streifendienst einsetzen.