Speyer Mit Spargelessen Gutes tun

Tobias Hellmann ist von Bürgermeister Peter Eberhard (CDU) zum Spargelanstich 2010 das erste Mal gefragt worden, ob er in seiner Heimatgemeinde kochen wolle. Auch weil der Erlös der Lebenshilfe Speyer-Schifferstadt zugute kommt, sagte das Dudenhofener Eigengewächs zu und kreiert seitdem jedes Jahr zu Beginn der Spargelsaison in der Festhalle ein Fünf-Gang-Spargel-Menü. Den Spenden-Scheck vom April über 2474,29 Euro überreichte Eberhard jetzt in seinem Amtszimmer der Lebenshilfe.
Ganz uneigennützig war (ist) die Einladung des Dudenhofener Ortsbürgermeisters Peter Eberhard an Tobias Hellmann, den Chefkoch des deutschen Botschafters in Paris, nicht: „In Dudenhofen wissen wir gutes Essen zu schätzen.“ Zumal der Rohstoff Spargel auf den heimischen Sandäckern mit einer besonderen Geschmacksnote sprieße. Gestiftet für das Festmahl werden die weißen und grünen Stangen von den Spargelbauern. Die Auswahl des jeweiligen Weinbaubetriebs behält sich die Gemeinde, namentlich der Bürgermeister, vor. Werben muss Eberhard nicht für Hellmann und das Menü: „Stunden nach der Veröffentlichung des Termins im Amtsblatt sind die 110 Plätze weg.“ Mittlerweile sei die Veranstaltung Tradition. Gerhard Wissmann, Vorsitzender der Lebenshilfe Speyer-Schifferstadt, hoffte bei der Übergabe des Spendengeldes auf eine lange Fortsetzung der Spargelessen – und der Spende: „An die 2500 Euro sind meines Wissens der bislang höchste Betrag.“ Dafür ging sein Dank an Hellmann, die Landwirte, die Gemeinde und alle Helfer im Hintergrund. Neben dem Aufgetischten, Servierten begeisterten ihn an dem Abend in der Festhalle die schöne Atmosphäre, die Gäste in ihrer Vorfreude des Genießens. Wissmann versprach: „Die Spende wird gut ausgegeben.“ Die Lebenshilfe schaffe die Rahmenbedingungen und trage dazu bei, dass behinderten Menschen die selbstverständliche Teilhabe am gesellschaftlichen Leben ermöglicht werde. Nach außen werbe sie um Verständnis und Akzeptanz. Inklusion sah er als Teilhabe und Teilgabe. Der Lebenshilfe-Vorsitzende: „Gegenüber Behinderten ist nichts schlimmer als der Mitleidsgedanke, die Mitleidshaltung.“ Sie wollten wie alle ernstgenommen werden und aufgrund ihrer Persönlichkeit und Fähigkeiten beurteilt und angenommen werden. Lebenshilfe-Geschäftsführer Michael Thorn ergänzte: „Behinderte sind nicht glücklicher, unglücklicher, zufriedener oder unzufriedener wie Nichtbehinderte. Sie erleben Glück und Unglück wie jeder Mensch. Sie haben lediglich andere Lebens-Schwerpunkte, geben ganz viel Herzenswärme und Zuwendung.“ (län)