Speyer Mit Latein zum Stipendium

„Salvete – seid gegrüßt“ sagt das Mädchen zu der Dame. Szene aus dem Werbefilm für Latein.
»Salvete – seid gegrüßt« sagt das Mädchen zu der Dame. Szene aus dem Werbefilm für Latein.

Das Finale im Landeswettbewerb Alte Sprachen „Certamen Rheno-Palatinum (CRP)“ steigt in diesem Jahr am Donnerstag, 3. Mai, in Speyer. Das hat Bürgermeisterin Monika Kabs (CDU) im Gespräch mit der RHEINPFALZ mitgeteilt. Der Festakt findet im Historischen Ratssaal statt, informierte Wolfgang Gresch, Leiter der Schulabteilung auf Anfrage.

Der mehrstufige Wettbewerb hat das Ziel, Schüler zu fördern, die Latein und Griechisch lernen und sich durch eigene Beschäftigung mit der griechisch-römischen Antike weitere Kenntnisse erworben haben. In den Arbeiten der Wettbewerbsteilnehmer soll der Bezug der griechischen und römischen Antike zu Fragestellungen der heutigen Zeit deutlich werden. Die Schüler müssen eine Klausur schreiben und eine Hausarbeit verfassen. Den Besten der ersten und zweiten Stufe winken Geld- und Buchpreise, die Besten der dritten Stufe können bis zu drei Stipendien der Studienstiftung des deutschen Volkes gewinnen. Veranstaltet wird der Wettbewerb vom rheinland-pfälzischen Kultusministerium und dem Landesverband Rheinland-Pfalz des Deutschen Altphilologenverbandes. Griechisch wird nach Angaben des Ministeriums derzeit an 19 Gymnasien in Rheinland-Pfalz unterrichtet, Latein dazu noch an fast alle anderen Gymnasien als zweite oder dritte Fremdsprache. Wie der für Wettbewerbe und alte Sprachen zuständige Abteilungsleiter Klaus Sundermann auf RHEINPFALZ-Anfrage mitteilte, ist in Rheinland-Pfalz die Anzahl der Schüler, die am Gymnasium Latein lernen, in den letzten zehn Jahren zunächst von 29,2 Prozent (2007) auf 32,7 Prozent (2011) gestiegen und danach wieder gesunken auf aktuell 26,5 Prozent im vergangenen Jahr. Griechisch blieb im gesamten Zeitraum konstant bei 0,7 Prozent. An den Integrierten Gesamtschulen steigt der Prozentanteil in Latein seit 2011 von 4,7 Prozent kontinuierlich an auf 7,4 Prozent 2017. „Die Rückgänge in Latein, die sich auch bundesweit zeigen, haben oft strukturelle Hintergründe: Es wird schwieriger, für Latein als erste Fremdsprache einzuwerben, weil mit dieser Wahl drei statt zwei Pflichtfremdsprachen verbunden sind“, betonte Sundermann. Um für das Erlernen alter Sprachen zu werben, hat das Ministerium – erstmals – einen Animationsfilm drehen lassen (wir berichteten). Der rund 5400 Euro teure Streifen soll bei Schülern der vierten Grundschulklassen und ihren Eltern für Latein ab Klasse 5 und damit für den altsprachlichen Bildungsgang werben. Dieser schließt auch das Angebot, Griechisch ab Klasse 8 zu erlernen, ein. Er wird den altsprachlichen Gymnasien für ihre Öffentlichkeitsarbeit zur Verfügung gestellt; er ist abrufbar unter www.altesprachen.rlp.de. Zurück zum „Certamen“: Das Finale hat 2013 letztmals in Speyer stattgefunden. Neben Preisträgern und ihren Eltern kommen am 3. Mai auch Vertreter der Schulen sowie der Veranstalter in die Domstadt.

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