Speyer Mit Kicker und Kuscheltieren
Rund 500 ehrenamtliche Einsatzstunden hat Beamte des Polizeipräsidiums Rheinpfalz die Feierabend-Aktion „Spielzimmer“ in der Aufnahmeeinrichtung für Asylbegehrende (AfA) auf dem Gelände der Kurpfalzkaserne gekostet. Ein Spielparadies für die derzeit knapp 100 Flüchtlingskinder ist in den vergangenen sechs Wochen im ehemaligen Offizierskasino entstanden. Am Sonntag war feierliche Eröffnung.
Dazu war Besuch der Landes- und Stadtregierung gekommen. Polizisten hatten Hunde mitgebracht, einen Fuhrpark „zum Anfassen“ aufgebaut, das Theaterstück „Die Polizei, Dein Freund und Helfer“ vorbereitet und einen Zuckerwatte-Bäcker bestellt. „Es ist nicht selbstverständlich, dass sich die Polizei auf ehrenamtlicher Basis in einer solchen Art und Weise für Integrationsarbeit engagiert“, betonte AfA-Leiter Klaus Beyerle. Kollegen aus Ludwigshafen, Speyer und dem Umland hätten an den vergangenen Wochenenden gestrichen, Wände dekoriert und die drei Räume altersentsprechend eingerichtet, umriss Polizeihauptkommissarin Sandra Giertzsch das gemeinsame Projekt. Acht Minuten nach dem ersten internen Spendenaufruf seien die ersten Möbel-Angebote eingegangen, schilderte Oberkommissarin Katja Schomburg die große Bereitschaft der Kollegen und Mitarbeiter des Polizeipräsidiums, den AfA-Kindern Ablenkung von den Kriegs- und Fluchterlebnissen zu verschaffen. „Es ist gut was zusammengekommen“, fasste Polizist Jan Liebel zusammen, was Kinder und Besucher hinter dem Polizeiabsperrungs-Band erwartete. Zuvor gab es jedoch noch Grußworte und einen 300-Euro-Scheck von Vertretern der Landesgruppe Rheinland-Pfalz der International Police Association (IPA). „Die Menschen in der AfA sind uns willkommen“, sagte Polizeipräsident Thomas Ebling, der sich aktiv an der Aktion Spielzimmer beteiligt hatte. Diesen Einsatz „der etwas anderen Art“ bezeichnete er als „Teamerfolg der Polizei“. Willi Dörfler, Vorsitzender des Deutschen Roten Kreuzes Vorderpfalz, dankte allen Helfern für die Unterstützung. Besonders hob er Wolfgang Hoffmann von der Polizeiinspektion Speyer hervor, der sich von Anfang an mit Rat und Tat für die Sache eingesetzt habe. Noch sei sie alleine für das Spielzimmer zuständig, erklärte Erzieherin Melissa Müller auf Anfrage. Dörfler berichtete von der Einstellung einer zweiten pädagogischen Fachkraft zum 1. Dezember. „Ich bin froh, dass die Kinder jetzt so viele Möglichkeiten zum Spielen und Ausruhen haben“, wies Müller auf Spielhäuser und -zelte, Kicker, Puppen, Kuscheltiere, Bausätze, Bücher, gemütlichen Sofaecken und Spielteppiche hin. Der bisher als Spielzimmer genutzte Raum in einem Kasernengebäude sei mittlerweile zu eng geworden. An den Werktagen sei das neue Spielzimmer von 9 bis 16.30 Uhr geöffnet, sagte Müller. In diesen Zeiten könnten die Eltern im Stockwerk darüber Deutschunterricht von ehrenamtlichen Speyerer Lehrern erhalten. (kya)