Speyer Mit Katze auf der Sonnenbrücke

Im Sommer wie im Winter schön: die Sonnenbrücke.
Im Sommer wie im Winter schön: die Sonnenbrücke.

Wo ist es schön in der Pfalz? Das Projekt #SchönePfalz will das zeigen. Die RHEINPFALZ-Redaktion macht sich dafür auf zu Pfälzern und ihren Lieblingsorten. Für einen weiteren Teil des Projekts hat sich Laura Estelmann mit Marco Barde in Speyer getroffen.

An einem eigentlich verregneten, wolkenverhangenen Tag kommt langsam die Sonne raus. Es passt, ich bin in Speyer und Marco Barde zeigt mir die Sonnenbrücke. Es ist eine alte Brücke mit Kopfsteinpflaster und aus Sandsteinen gemauertem Geländer. Marco Barde wartet dort mit seinem Fahrrad. Es ist die einzig erhaltene mittelalterliche Brücke in Speyer. Sie fand 1242 als Nikolausbrücke erstmals Erwähnung, Sonnenbrücke heißt sie seit dem 16. Jahrhundert. Könnte durchaus damit zusammenhängen, dass die Brücke Nikolaus- und Sonnengasse über den Speyerbach hinweg miteinander verbindet. Der Rundumblick umfasst den Dom und wunderschöne Fachwerkhäuser der Speyerer Altstadt. Nicht nur der Blick auf das imposante Gotteshaus, sondern unter anderem auch auf das 300 Jahre alte Anwesen des Lokals „Zum Halbmond“ sei im Sommer noch viel netter, erzählt Barde. Ist aber auch im Winter hübsch anzusehen. Vor sieben Jahren ist Barde nach Speyer gekommen – und will nicht mehr weg, „es ist so toll in Speyer“. Er wohnt selbst in der Altstadt nicht weit der Brücke, auf der ein mit türkisfarbener Patina überzogenes Schild erklärt, warum eine Nikolausfigur an Edith Stein erinnert, die oft über diese Brücke gegangen sei. „Als ich zum ersten Mal hier entlang gelaufen bin, stand die Sonne über der Brücke, die Fachwerkhäuser waren beschienen“, erinnert sich Barde an den Moment, in dem ihm die Brücke mit dem passenden Namen im Gedächtnis haften geblieben ist. Ob sich das die grau-schwarz getigerte Katze auch denkt, die sich neben uns auf dem Brückengeländer niederlässt und gemütlich schnurrt? Barde krault das zutrauliche Tier, das bestimmt wie er selbst in der Altstadt zu Hause ist. „Ich stehe auf Fachwerk und alte Architektur“, verrät er, was ihm an Speyer gefällt. Trotzdem wird er demnächst umziehen. Aber natürlich nur innerhalb der Domstadt. Zu der neuen Wohnung, die er mit seiner Partnerin bezieht, gehört ein Garten. Bei der Besichtigung des Objektes fiel ihm sofort eine alte Mauer im Garten auf, wie er sagt. „Als ich danach fragte, erfuhr ich, dass es ein Stück Speyerer Stadtmauer ist“, erzählt er und versichert: „Ich bleibe in Speyer. Jetzt habe ich sogar ein Stück Geschichte im Garten.“

Auf der Sonnenbrücke: Marco Barde mit Fahrrad und Überraschungsgast.
Auf der Sonnenbrücke: Marco Barde mit Fahrrad und Überraschungsgast.
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