Speyer Mit Eintrittskarten ins Märchenland

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Melitta Groß greift zum Lichtschalter. Schnell noch die Lampen löschen, bevor der Nachwuchs kommt. Im „Märchenland“ soll es schließlich richtig aufregend und gleichsam gemütlich sein. In selbiges hat sich nämlich der Turnsaal der katholischen Kindertagesstätte St. Pankratius im Berghausen verwandelt. Gemeinsam mit Katrin Schader bringt sich Groß beim gestrigen Tag des Lesens in der Einrichtung ein.

Die beiden Mamas mögen das Lesen. Und Vorlesen. „Meine Kinder lieben Bilderbücher“, verrät Katrin Schader über Smilla (5) und Mia (7). Als willkommene Abwechslung bezeichnet sie das Vorlesen für beide Seiten im Kindergarten. Zuhause ist das bei Melitta Groß festes Ritual. „Für meine Tochter Maxine ist es ganz ungewohnt, wenn wir es abends einmal nicht schaffen“, sagt die Römerbergerin. Gut vorbereitet sind die Mütter auf den Vormittag in der Kita. Einige Bücher haben sie mitgebracht, für jedes Alter das Richtige. Initiiert worden ist der Tag des Lesens in der Einrichtung von Erzieherin Uschi Sternberger-Schall. „Jeden Montagnachmittag wird bei uns vorgelesen“, erzählt sie aus dem Alltag. Der Besuch im „Märchenland“ gestern ist für die Kleinen dennoch etwas Besonderes. Nur mit Eintrittskarte kommen sie hinein. Die hat Schader extra im Vorfeld gebastelt. Um die 90 Mädchen und Jungen werden zurzeit in St. Pankratius betreut. Bis auf die Zweijährigen machen alle einen Abstecher ins „Märchenland“. Die Jüngsten im Bunde dürfen in der eigenen Gruppe „lesen“. Schader weiß, worauf es beim Vorlesen ankommt: „Die Bilder müssen groß sein, damit alle etwas sehen können.“ Diesmal haben die aktiven Mütter damit kein Problem. Sie haben sich für Kamishibai entschieden, das übersetzt so viel wie „Märchenbilderschaukasten“ bedeutet. Genau so sieht das Gebilde auch aus, das die Vorleserinnen auf einem Tisch ins rechte Rampenlicht gesetzt haben. In der Mitte sind elf großformatige Bilder einsortiert, die nacheinander seitlich herausgezogen werden. „Der dicke fette Pfannkuchen“ heißt die Geschichte, die Schader und Groß für die Dreijährigen herausgesucht haben. Für die Älteren liegen Klassiker wie Dornröschen oder der Hase und der Igel bereit. Auf dem Flur wird es laut. Die Spannung bei den Kindern steigt. Beim Eintritt ins Märchenland werden die Augen groß und die Münder still. Gebannt gehen sie mit Schader und Groß auf Fantasiereise, folgen dem flüchtenden Hefekloß in den Wald, vorbei an Hase, Wolf, Ziege, Pferd und Sau in den Korb von drei hungrigen Geschwistern hinein. Der Tag des Lesens wird zum Abenteuer. Und er lehrt den Nachwuchs: Sollte es mittags Pfannkuchen geben, ist es ratsam, die ganz schnell zu verputzen. |xsm

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