Speyer
Mit dem Fahrrad rund um Speyer: Diese Touren schaffen auch Gelegenheitsradler
Tour 1: Zur Kollerinsel und rechtsrheinisch zurück
Zweimal über den Rhein – einmal per Schiff und einmal über die Brücke – führt diese Tour durch zwei Bundesländer im Norden und Osten von Speyer. Los geht es nördlich des Domgartens am Yachthafen vorbei entlang der Hafenstraße, von wo aus sich beim Blick zurück bereits der erste schöne Blick auf das Speyerer Stadtbild bietet. Beim Hockey-Club Blau-Weiß folgen wir der Straße landeinwärts und unterqueren die A61. Vorbei am Campingplatz Reffenthal geht es auf die Kollerinsel. Obwohl wir immer noch rechtsrheinisch unterwegs sind, überqueren wir nördlich des Waldgebiets Böllenwörth die Landesgrenze nach Baden-Württemberg beziehungsweise die Grenze vom Rhein-Pfalz- zum Rhein-Neckar-Kreis, wie uns hier ein Schild anzeigt. Dieses Kuriosum ist dem Umstand geschuldet, dass dieser Landstrich vor der Rheinbegradigung auf der rechten Flussseite lag.
Eine etwas holprige Allee bringt uns ans Ufer des Stroms, so wie er heute zwischen der Pfalz und Baden fließt. Seit Mitte März verkehrt dort wieder die Kollerfähre zwischen der Halbinsel und Brühl. Nur 2 Euro kostet es, mit dem Fahrrad hier überzusetzen. Auf der anderen Rheinseite angelangt, kommt bald die Gemeinde Brühl mit ihren rund 15.000 Einwohnern in Sicht. Kurz bevor es in den Ort hineingeht, biegen wir aber scharf rechts ab und fahren in Richtung Ketsch. Bald ist rechterhand ein Altrheinarm zu sehen, wie man ihn auch von der Pfälzer Seite kennt. Dahinter liegt die Ketscher Rheininsel – so etwas wie das rechtsrheinische Gegenstück zur Kollerinsel. Vorbei an der Kirche St. Sebastian verlassen wir Ketsch bereits wieder – nicht ohne vom Namen des Kiosks „Schnougenescht“ daran erinnert zu werden, dass die Badener im Sommer von den gleichen Plagegeistern verfolgt werden wie die Pfälzer. Eine weitere Gemeinsamkeit: Auch hier hat der Kiesabbau die Landschaft geformt und Seen sind entstanden, so wie der Hohwiesensee, an dem wir vorbeifahren.
Von hier ab ist die Landschaft, durch die unsere Tour führt, von Landwirtschaft geprägt. Kreuz und quer durch Feldwege führt der Weg in Richtung der A61 – die Speyerer Kirchtürme und die Autobahnbrücke sind fast immer als Orientierungspunkte in der Ferne zu sehen. Nachdem wir die Autobahn hinter uns gelassen haben, geht es entlang der früheren Bahnlinie zwischen Heidelberg und Speyer wieder auf die Domstadt zu. Alte Bahngebäude erinnern daran, dass hier bis zum Zweiten Weltkrieg Züge verkehrten. Nach der Sprengung der Rheinbrücke durch die Wehrmacht 1945 ist das Teilstück zwischen Speyer und Schwetzingen wegen der fehlenden Flussquerung nach dem Krieg nicht wieder in Betrieb genommen worden. Ein Höhepunkt dieser Radtour kommt zum Schluss: Von der Salierbrücke aus haben Fahrradfahrer einen herrlichen Blick auf den Dom und das Rheinufer – ein Anblick, der den meisten Autofahrern durch Schutzplanken verwehrt bleibt. Länge: zirka 28 Kilometer.
Tour 2: Rundtour mit Halt am Lingenfelder Badeweiher
Diese Tour führt uns wieder durch Altrhein-Landschaften, allerdings diesmal im Süden von Speyer. Vom Dom aus fahren wir am Festplatz und Technik-Museum vorbei und entlang der Industriestraße parallel zum Speyerer Flughafen. Rechterhand folgen wir dann dem Rheindamm und dem Verlauf des Berghäuser Altrheins, der die Insel Flotzgrün umschließt. Berghausen und Heiligenstein lassen wir zur rechten liegen und bleiben auf dem Fahrradweg bis zum Polder und den Tongruben in Mechtersheim. Durch die Auwälder führt der Weg weiter bis zum Lingenfelder Ufer des Großen Weihers. Wer nach einer Pause genug hat von der Baggersee-Idylle, für den geht es bis zur L507 zwischen Lingenfeld und Heiligenstein. Wir folgen dem Radweg bis zur Vier-Wege-Kreuzung und biegen dann rechts in Richtung Mechtersheim ab. Hier folgen wir den Hauptstraßen durch den Römerberger Ortsteil, bevor es am Ortsausgang wieder via Radweg weitergeht. Vorbei an Heiligenstein führt uns der Weg in die Berghäuser Straße in Berghausen. Ihr folgen wir bis zur links abgehenden Eisenbahnstraße. Direkt hinter dem Bahnübergang können wir wieder auf einen Radweg auffahren, der uns zurück nach Speyer bringt. Länge: zirka 26 Kilometer.
Tour 3: Tour durch die Verbandsgemeinde Römerberg-Dudenhofen
Diese Tour beginnen wir im Südwesten von Speyer in der Holzstraße. Unter der B9 hindurch geht es auf Dudenhofener Gemarkung. Auch die B39 unterqueren wir, kreuzen den Woogbach und biegen schließlich links in die Schillerstraße ein. Durch beschauliche Wohnlagen führt der Weg am nördlichen Ortsausgang von Dudenhofen in den Wald, den wir erst auf Höhe von Hanhofen wieder verlassen. Vorbei an einem alten Tabakschuppen wird erneut die Bundesstraße gekreuzt – diesmal über eine Brücke. Wir passieren die Hanhofener Kirche und radeln durch den Ort, den wir im Süden in Richtung Harthausen wieder verlassen. Auch das Tabakdorf durchqueren wir einmal von Norden nach Süden. Während Radfahrer immer noch auf den Radweg in Richtung Schwegenheim warten müssen, ist ein solcher in Richtung Heiligenstein bereits da. Ihm folgend queren wir zum zweiten Mal die B9. Im Römerberger Ortsteil schlagen wir wieder den Weg in Richtung Speyer ein. Am Bahnhaltepunkt in Berghausen können wir auf den Radweg wechseln, der uns wieder in die Nähe unseres Startpunkts bringt. Länge: zirka 19 Kilometer.