Speyer Mit 91 Jahren noch fit am Bleistift
Der Otterstadter Maler Emil Hoffner hat sieben seiner Gemälde der Ortsgemeinde geschenkt. Die Bilder hat Altbürgermeister Günther Pfadt entgegengenommen.
Der mittlerweile 91-jährige Künstler wurde in Kirrlach in Baden geboren, lebt aber seit Jahrzehnten in Otterstadt. Schon als Kind zeichnete und malte er in jeder freien Minute. Auf das perspektivische Zeichnen etwa kam er als Kind ganz alleine, zum Erstaunen seiner Lehrer. Er wusste damals schon, dass er Maler sein wollte. Aber das war kein „richtiger“ Brotberuf, deshalb wurde Hoffner Betriebsingenieur beim Technologieunternehmen ABB in Mannheim. „Zu meinen Aufgaben gehörten auch Konstruktionszeichnungen“, erzählt er. „Wenigstens da kam mir mein Zeichentalent zugute.“ Sein Großvater glaubte fest an sein Talent. Hoffner musste ihm versprechen, niemals mit dem Malen und Zeichnen aufzuhören, egal mit welchem Beruf er seinen Lebensunterhalt verdienen würde. Der Maler verbrachte sein ganzes Berufsleben bei ABB in Mannheim. Als die Firma ihren älteren Mitarbeitern jedoch ein günstiges Angebot machte, ging er in Rente – noch keine 60 Jahre alt. Das war 1985, und seitdem lebt Hoffner als freischaffender Maler. Seine Technik war über Jahrzehnte die Aquarellmalerei. „Ich hab’s am Anfang auch mit dem Malen mit Ölfarben versucht, aber das lag mir nicht. Die Ölfarben sind zu zäh, der Malvorgang dauert mir zu lange, dazu noch das Trocknen – das war nichts für mich“, erzählt der Otterstadter. Die Aquarelltechnik entsprach ihm. Die ersten Aquarelle malte er bereits 1944, belegte später auch Kurse und nahm Einzelunterricht. „Das Schnelle, die Möglichkeit, den Eindruck unmittelbar umzusetzen, auch das Leichte der Farben, das liegt mir“, sagt er. Mittlerweile kann der 91-Jährige jedoch nicht mehr so lange stehen. „Ich habe überlegt: Beim Zeichnen mit dem Bleistift kann ich sitzen, also habe ich die Technik nun nach so vielen Jahrzehnten gewechselt“, erzählt Hoffner. Seine Bleistiftzeichnungen sind zart koloriert, die Farben wie die in den Aquarellen. Man muss näher rangehen, um zu erkennen, dass es Zeichnungen sind. Seine bevorzugten Motive sind die Landschaften rund um Otterstadt, aber auch an der Haardt. Auch Blumen, im Garten oder als Verzierung der malerischen alten Winzerhäuser, sind dabei, und einige Stillleben. Von den fünf Bildern, die er der Ortsgemeinde geschenkt hat, sind zwei Blumenbilder, die anderen zeigen Landschaften, davon zwei Otterstadter Motive. „Ich bin glücklich, dass ich immer noch gut arbeiten kann. Meine Bilder hängen in halb Europa, den USA und manche als Geschenke der Landesregierung sogar in China“ , zieht er ein zufriedenes Fazit.