Speyer
Messerbedrohung und Überfall in Speyer: Verfahren gegen 18-Jährigen eingestellt
Gleich zweimal wurde ein Mann in Speyer Opfer einer räuberischen Erpressung, heißt es in einer Mitteilung des Speyerer Amtsgerichts. Im Februar 2024 soll der Mann in Speyer zunächst 30 Euro einem 20-Jährigen gegeben haben, der ihn zuvor mit dem Messer bedroht habe. Der 20-jährige Angeklagte muss sich dafür demnächst vor Gericht verantworten.
Er soll auch an der zweiten Straftat mit dem gleichen Opfer fünf Monate später beteiligt gewesen sein, diesmal allerdings nicht allein. Ein 18 Jahre alter Komplize habe mit dem 20-Jährigen den Mann in ein Gebüsch gelockt, ihn dort mit dem Tod bedroht und Geld, seinen Autoschlüssel sowie sein Handy verlangt. Der Mann sei aber in sein Auto geflüchtet, habe die Türen verriegelt und die Polizei alarmiert, woraufhin die beiden Täter wegrannten.
Sozialstunden und Termine beim Arbeitsamt
Wegen versuchten, gemeinschaftlichen Raubs musste sich nun der 18-Jährige vor dem Speyerer Amtsgericht verantworten. Weil er strafrechtlich gesehen noch als Heranwachsender gilt, fand die Verhandlung zu seinem Schutz ohne Öffentlichkeit statt. Nach Angaben seines Verteidigers Jens Miller sagte das Opfer aus, der 18-Jährige habe bei dem Überfall im Gebüsch nur dabeigestanden, nichts gesagt und dem älteren Angeklagten das Reden überlassen. Wegen der geringen Tatbeteiligung und weil die Tat schon so lange zurückliege, sei das Verfahren wegen versuchten Raubs vorläufig eingestellt worden.
Allerdings unter Auflagen: Der 18-Jährige müsse 25 Sozialstunden leisten und drei Termine bei der Jugendberufsagentur des Arbeitsamts absolvieren, um einen Job zu bekommen.