Speyer Meisterhafter Tausendsassa fertigt Super-Spritze

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OTTERSTADT. Seit 1868 gibt es in Otterstadt eine organisierte Feuerwehr, vorher war die Bevölkerung verpflichtet, im Brandfall zu helfen. Doch eine vorzügliche Feuerspritze hat die Gemeinde bereits 1838 für 200 Gulden vom Uhrmacher Georg Porth aus Speyer gekauft, wie aus einem Protokoll der Gemeinderatssitzung hervorgeht.

Im Intelligenzblatt des Rheinkreises vom 31. Januar 1838 wird die Spritze mit warmen Worten beschrieben: „Da die Feuerspritze, welche der in Speyer wohnhafte Mechanicus Porth der Gemeinde Otterstadt verfertigte, so meisterhaft und trefflich ausgefallen ist, dass man sagen kann, dass keine solche Maschine, welche an Dauerhaftigkeit, Güte und Schönheit dieser gleich kommt, in der Pfalz zu finden sein wird, indem sie bei der Probe, mit Standrohr und Schlauch zugleich eine Höhe von 120 Fuß (36 Meter) das Wasser aufgetrieben hat. Da ferner Porth an dieser Spritze mehr aufgewendet hat, als ihm oblag, so kann das unterzeichnete Bürgermeisteramt nicht umhin, allen Gemeinden, welche im Bedarf von Spritzen stehen, diesen Mechanicus bestens zu empfehlen. Otterstadt, den 23. Januar 1838. Das Bürgermeisteramt, Schötthöfer.“ Wolfgang Schneider aus Altrip schreibt über den Speyerer Spritzenbauer: „Porth war ein Tausendsassa, kam 1833 nach Speyer, befasste sich mit Seidenbau (Maulbeerbäume), war deshalb im Landwirtschaftlichen Verein der Pfalz, ebenfalls im Polytechnischen Verein für das Königreich Bayern, der ihn 1851 gar als einen von vier Vertretern zur Industrieausstellung nach London schickte. 1854 nahm er mit drei Uhren an der Industrieausstellung in München teil und erhielt 1860 auf einer Ausstellung in Kaiserslautern für eine sinnreich konstruierte Uhr die Bronze-Medaille.“ Zum Einsatz kam die Feuerspritze beispielsweise vom 1. auf den 2. März 1848 beim Brand des Gasthauses zum Wittelsbacher Hof in Speyer. Die königlich-bayerischen Regierung der Pfalz hatte allen Grund zum Lob: „Unter den insgesamt 34 Wackeren der Stadt Speyer und den Ortschaften Otterstadt und Dudenhofen sind vorzugsweise zu erwähnen die Maurer und Zimmerleute, welche in der Nähe des Feuers tätig waren, die Bräuer und Küfer aus Speyer, welche in ihren Hutten Wasser herbei trugen, die zur Brandstätte kommandierten Jäger der Garnison Speyer, sowie die Spritzmannschaften von Otterstadt, neun Mann und Dudenhofen ebenfalls neun Mann.“ Zu dem Zeitpunkt hatte Speyer noch keine Wasserleitung. „Das erste Wasser in Speyer floss am 31. März 1883, am 31. Mai 1883 wurde das Wasserwerk in Betrieb genommen und am 15. September war die feierlich Eröffnung des Wasserwerkes“, berichtet der Otterstadter Gerd Flaschenträger, der bei den Stadtwerken Speyer gearbeitet hat. Auch beim großen Brand in Waldsee im Jahre am 26. Juli 1869 war die Otterstadter Löschmannschaft mit ihrer Feuerspritze im Einsatz. Schwierig war auch dort das Herbeischaffen von Wasser mit Wassereimern, denn erst im Juli 1931 kam das Wasser in Waldsee und Otterstadt aus der Leitung.

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