Spiel des Tages
Meisterfeier der HSG Dudenhofen/Schifferstadt verschoben
Wow! Was für ein Lokalderby in der Handball-Pfalzliga der Frauen vor einer prächtigen stimmungsvollen Kulisse! Der TuS Heiligenstein und die HSG Dudenhofen/Schifferstadt boten beste Unterhaltung mit gutem Sport und Dramatik bis zum spannenden Finale. Die Gastgeberinnen besiegten den Primus mit 29:26 (9:13).
Dudenhofen/Schifferstadt schien unter dem stürmischen Getrommel seiner Fans mit einer sattelfesten Hintermannschaft zunächst alles im Griff zu haben. Lena Bringsken markierte zwar das erste Tor der Partie zum 1:0. Aber Heiligenstein trat viel zu hektisch auf und benötigte 25 Minuten, um zu seinem Spiel zu finden.
Abspeisen gilt nicht
Bis dahin erarbeitete sich die Spielgemeinschaft, bei der zunächst alles wie geschmiert lief, mit dem 5:13 einen komfortablen Vorteil und schien sich stringent auf dem Weg zur Meisterschaft zu befinden. So leicht wollten sich die Gastgeberinnen durch den Tabellenführer aber nicht abspeisen lassen.
Mit viel Kampfgeist starteten die Römerbergerinnen noch vor der Pause eine furiose Aufholjagd. „Diese Phase hat uns gerettet“, sagte TuS-Trainer Gerd Götz. „Wir haben wieder an uns geglaubt. Ich musste in der Halbzeit gar nicht viel sagen“, berichtete er. Schließlich strebten die Einheimischen an, sich für die deutliche Hinspielniederlage revanchieren.
Caro Claus pariert
Caro Claus kam zwischen die Torpfosten des TuS und sorgte mit einigen Paraden für den notwendigen Rückhalt. Die TuS-Deckung bekam fortan besseren Zugriff auf die Gegnerinnen. Das kämpferische Elemente rückte in den Vordergrund. Beide Teams erhielten den größeren Teil ihrer Zeitstrafen nach dem Seitenwechsel.
Nach dem 15:18 begann sich das Geschehen endgültig zu drehen. Jasmin Rademacher, Vanessa Schrader, die sich enorm steigernde Michelle Wilde und zweimal Philine Janssen drehten den Spieß zum 20:18 um. Die Schützlinge von Julian Großstück schlugen noch einmal zurück. Als Jennifer Fohs die HSG erneut mit 26:25 nach vorne brachte, schien erneut die Wende möglich.
Wilde dreht auf
Indes, Bringsken und die nicht mehr zu bremsende Wilde warfen den TuS in Überzahl zum umjubelten Sieg. „Ein Riesenkompliment an meine Mannschaft. Ich bin sehr stolz darauf, wie sie sich zurückgekämpft hat“, lobte Götz. „Der Knackpunkt war, der TuS hatte nichts mehr zu verlieren und bei uns wurden die Beine immer schwerer“, analysierte Großstück.
Mitte des zweiten Durchgangs habe die HSG im Angriff die Struktur verloren. „Aber wir haben eine super Moral bewiesen und das Spiel fast noch einmal gedreht“, zeigte auch er sich mit der Einstellung seiner Eleven einverstanden. Der TuS habe verdient gewonnen, räumte er ein.
So spielten sie
TuS Heiligenstein: Claus, Treptow (13. - 30.) – Wilde (8/1), Rademacher (4), Bringsken (5) – Janssen (3), Schrader (3) – Müller (1) – Brecht, Heinrich (2), Gassert (3), Kinsler, Mansky, Onohiol
HSG Dudenhofen/Schifferstadt: Albrecht, Lehr – Oetzel (4/3), Hoffmann (3), von den Driesch (5) – Kripp (1), Pesla – Jana Bäuerle – Fohs (7/3), Stelter, Fischer (4), Marceaux, Ziegler (2), Genova
Spielfilm: 1:0 (2.), 1:6 (9.), 5:13 (26.), 9:13 – 12:14 (35.), 15:18 (39.), 20:18 (47.), 23:20 (50.), 25:26 (56.), 29:26 - Zeitstrafen: 5/5 - Siebenmeter: 2/1 – 7/6 - Beste Spielerinnen: Claus, Wilde (beide 2. Halbzeit), Bringsken – Albrecht, Hoffmann - Zuschauer: 250 - Schiedsrichter: Altmaier (Kaiserslautern).
RHEINPFALZ-Tipp: 27:29
Die HSG wurde ihrer Favoritenrolle nicht gerecht. Folglich erwies sich unsere Vorhersage als falsch, und Dudenhofen/Schifferstadt legte die Meisterschaft noch nicht in trockene Tücher.