Speyer Mehr feucht als fröhlich
Nicht wirklich ins Wasser gefallen, aber mehr feucht als fröhlich ist das Dudenhofener Spargelfest am Sonntag zu Ende gegangen. Zwei Vereine haben sich für die Tradition ins Zeug gelegt. Fußballer und Kolpingfamilie waren auf dem Waldfestplatz auf alle Wetterlagen eingestellt.
„Gertrud, Gertrud“: Rufe nach der Geschäftsführerin des Fußballvereins Dudenhofen werden am frühen Sonntagnachmittag laut. Die einen brauchen Kleingeld, andere suchen nach dem richtigen Stecker für den Beamer, ihrer Handtasche, der Herkunft plötzlich aufgetauchter Schnapsgläser oder ihrer Ablösung hinter der Theke. Gertrud Krüger nimmt es gelassen. „Einer muss es ja regeln“, meint sie. Der Regen kann ihrer guten Laune nichts anhaben. „Das ist das Risiko jeder Freiluftveranstaltung“, sagt sie. „Wir hatten auch schon schönes Wetter. Im vergangenen Jahr haben wir nur geschwitzt.“ Mehr Sorge bereiten ihr die Absagen der meisten Vereine. Außer Fußballern und Kolpingfamilie sei derzeit niemand mehr bereit, sich für das Spargelfest zu engagieren. Deshalb sei auch der angekündigte Programmpunkt „Vorstellung der Dudenhofener Vereine“ hoffnungslos übertrieben, räumt sie ein. Auch Kolping-Organisator Jan Haldermann wünscht sich mehr Vereinspräsenz. „Zur Unterstützung und Kostenverteilung.“ Mit dem Verlauf des Spargel-Wochenendes sei er trotzdem ziemlich zufrieden, sagt er. „Der Freitag war normal und der Samstag gut besucht“, fasst er seinen Eindruck zusammen. „Wir haben jede Menge Weinschorle verkauft.“ Die Gruppe „Anti Tank Gun“ habe mit Cover-Titeln der 1970er und 80er Jahre am Samstagabend viele Besucher angezogen. „Die Band war aber auch besser als bei ihrem ersten Auftritt“, erklärt Haldermann die große Fangemeinde. „Der Waldfestplatz ist ein super Standort für das Spargelfest“, sagt Krüger, und Haldermann stimmt ihr zu. Auch die Frauen hinter der Kuchen-Theke sind positiv überrascht vom Ansturm auf das süße Buffet. „Alles von Vereins-Mitgliedern gebacken und gespendet“, betont eine Fußballerin. Wolken und Regen haben über das gedruckte Programm gesiegt: Die Kinder-Olympiade ist um 15 Uhr schon fast gelaufen. „Wir haben uns für die abgespeckte Version mit nur einem Durchlauf entschieden“, erklärt Christiana Fahrnbach, verantwortlich für das bei Drei- bis Zwölfjährigen beliebte Spargelfest-Vergnügen. 2015 hätten 54 Kinder teilgenommen, berichtet sie. Heute absolvieren 24 Olympioniken Fußballslalom, Sackhüpfen, Dosenwerfen, Weitsprung und -wurf im Stadion des Radfahrervereins. Melissa Trauth (9) ist begeistert, als sie wenig später auf der Bühne ihren Preis entgegennimmt: ein Fußball mit Unterschriften der deutschen Nationalmannschaft. Und natürlich die Urkunde für den zweiten Platz in der Altersgruppe der Neun- bis Zwölfjährigen. Einen kleinen Preis gab es für jeden Teilnehmer, die ersten Drei in jeder Altersklasse bekamen größere Präsente wie den begehrten Fußball. Als fast einziges Mädchen schaffte es Melissa auf einen Medaillenplatz. „Ich spiele bei Ganerb Fußball“, erklärt sie ihre Sport-Leidenschaft. Das Europameisterschafts-Auftaktspiel der Deutschen am Abend wird Melissa am Fernseher verfolgen. Für die Großen steht die Übertragung auf Großleinwand auf dem Waldfestplatz an. „Public Viewing von der Tribüne aus bieten wir bei allen EM-Spielen mit deutscher Beteiligung auf dem Waldfestplatz an“, kündigt Krüger für die nächsten Tage und vielleicht Wochen weitere sportliche Großereignisse an. Aber jetzt muss die Geschäftsführerin weiter. Die „Gertrud“-Rufe werden lauter. (kya) Kinder-Olympiade Drei- bis Vierjährige: 1. Maximilian Zürker, 2. Paul Schultz; Fünf- bis Sechsjährige: 1. Jason Laube, 2. Moritz Hoffmann, 3. Marie Bankhardt; Sieben- bis Achtjährige: 1. Toni Köllmer, 2. Jonas Hirsch, 3. Philipp Hoffmann; Neun- bis Zwölfjährige: 1. Lukas Seiler, 1. Lukas Koob, 2. Melissa Trauth, 3. Alexander Ismailov. (kya)