Speyer Mediziner in Uniform

Es geht voran: Das neue Sanitätsversorgungszentrum soll im Frühjahr 2019 fertig werden und das alte, benachbarte Gebäude ersetze
Es geht voran: Das neue Sanitätsversorgungszentrum soll im Frühjahr 2019 fertig werden und das alte, benachbarte Gebäude ersetzen. Das Einzugsgebiet umfasst die Vorderpfalz, den Raum Ludwigshafen/Mannheim und große Teile von Karlsruhe. Im Luftwaffenausbildungsbataillon erfüllt das »San-Zentrum« die Hausarztfunktion.

«Germersheim.»Wenn Soldaten krank werden oder sich verletzt haben, marschieren sie zum Truppenarzt. Der sitzt in Germersheim in der Südpfalz-Kaserne im Sanitätsversorgungszentrum; die Einrichtung gehört zum Sanitätsunterstützungszentrums Cochem. Das Gebäude, Baujahr 1964, ist wiederholt renoviert worden. Derzeit entsteht daneben ein Neubau. Kosten: 4,7 Millionen Euro. Auch weil das medizinische und technische Angebot der Einrichtung in den vergangenen Jahren ausgebaut worden ist und die alten Räume dafür nicht mehr ausreichen, wird das neue San-Zentrum, wie es bei der Truppe heißt, benötigt. Das berichtet dessen Leiter, Oberfeldarzt Dr. Christian Safar. Ihm unterstehen 16 zivile und militärische Mitarbeiter: Dazu zählt er zwei Fachärzte für Allgemein- und einen Facharzt für Innere Medizin, eine Weiterbildungsassistentin für Anästhesie sowie eine Zahnarztgruppe. Das San-Zentrum sei zuständig für die Versorgung der Vorderpfalz, den Raum Ludwigshafen/Mannheim und große Teile Karlsruhes. Für das in der Kaserne stationierte Luftwaffenausbildungsbataillon erfülle die Sanitätseinheit die Hausarztfunktion. Behandlungsschwerpunkte sind sportmedizinische und orthopädische Verletzungen, so Safar. Hinzu komme eine Gelbfieber-Impfstelle, zum Beispiel für Soldaten, die in den Einsatz nach Mali gehen. In der Südpfalz-Kaserne werden alle Luftwaffen-Soldaten auf ihren Auslandseinsatz vorbereitet. Darum seien die Mediziner auch Referenten bei der Ausbildung. Dabei geht es laut Safar etwa um Fragen wie: Was gibt es im Einsatzgebiet für Krankheiten und wie kann man sich dagegen schützen? Das medizinische Personal sei aber auch begutachtend tätig. So würden Soldaten beispielsweise auf ihre gesundheitliche Tauglichkeit für eine Verwendung auf einem Schiff untersucht, als Fallschirmspringer oder Taucher. Auf Letzteres ist Safar spezialisiert, der in seiner Freizeit taucht. Damit nicht genug, sei das San-Zentrum auch noch ein Ausbildungsbetrieb für medizinische und zahnmedizinische Berufe. „Wir suchen Leute“, teilt Safar mit. So würden Schulpraktika angeboten, weil seit Aussetzen der Wehrpflicht „nicht mehr so viele junge Leute mit der Bundeswehr in Kontakt kommen“. Da das San-Zentrum über eine Weiterbildungsermächtigung verfüge, werde eine Kooperation mit den Universitäten Mainz und Heidelberg angestrebt. Dann könnten Medizinstudenten in Germersheim Praktika und Ausbildungsabschnitte absolvieren. Schließlich seien die Prüfungsanforderungen für Fachärzte im militärischen und zivilen Sektor gleich. So würden, wegen ihrer geringen Anzahl, angehende Bundeswehrärzte an zivilen Universitäten ausgebildet, wo Plätze für sie reserviert seien. Was die Apparatemedizin angeht, sei das Angebot in den vergangenen Jahren ausgebaut worden: „Apparativ ist Ultraschall möglich, Echokardiographie vom Herzen, Belastungs- und Langzeit-EKG sowie -Blutdruckmessung und Lungenfunktionsüberprüfung.“ Im neuen Sanitätsgebäude stehe auch ein steriler Raum für kleinere Operationen zur Verfügung. Bei größeren Eingriffen würden die Soldaten in umliegende Kliniken eingewiesen. In der Kaserne gebe es nur zwei „Tagbetten“, falls etwa Infusionen verabreicht werden. Für den Fall, dass im San-Zentrum nicht verfügbare Fachärzte benötigt werden, gebe es Verbindungen zu niedergelassenen Ärzten in Germersheim, Speyer, Mannheim und Bad Bergzabern.

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