Speyer Maximilianstraße: Sucht die Stadt das Gespräch mit dem kritischen Architekten?
Es war wie ein Pingpong-Spiel: in schneller Abfolge gegenseitige Vorwürfe, dann wieder Ruhe. Trügerische Ruhe? Die Stadt hatte Architekt Böhm gegenüber angekündigt, 2024 in der Maximilianstraße neue Sitzbänke wie am Geschirrplätzel aufzustellen. Böhm reagierte in einem Brief ablehnend, Oberbürgermeisterin Stefanie Seiler (SPD) machte in einer Ratssitzung den Dissens öffentlich und sagte, es müsse etwas verändert werden, denn die Stadt könne nicht „unter eine Glasglocke“ gestellt werden. Böhms Honorarforderungen auf eine frühere Anfrage hin bezeichnete sie als zu hoch. In einem RHEINPFALZ-Interview setzte sich Böhm damit im Detail und kritisch auseinander.
Streit könnte teuer werden
Ist das Tischtuch nun zerschnitten? Für Speyer ist zu hoffen, dass dem nicht so ist. Wenn es etwa zum Rechtsstreit käme, könnte das die Stadtentwicklung auf Jahre hinaus lähmen – und im Übrigen auch nicht günstig werden. Die Stadt deutet nun auf Anfrage an, dass sie es darauf nicht ankommen lassen will: Sie will wohl auf einen Vermittlungsvorschlag der Linksfraktion, die persönliche Kontakte zu Böhm hat, eingehen. Sie stimme derzeit ein Gespräch mit beiden Seiten ab, das Ende März oder Mitte April stattfinden könnte.
Die bisherigen Beschlüsse – im Rat für den Start der Postplatz-Umplanung, im Rathaus für den Austausch von Bänken – stünden. Zu strittigen Denkmalschutz-Details in der Maximilianstraße will die Stadt am 5. März im Bauausschuss Stellung beziehen. Und in Bezug auf die Bänke in der „Maxi“ teilt eine Stadtsprecherin mit: „Ja, eine neue Möblierung wird noch in diesem Jahr angestoßen, und die entsprechende Bürgerbeteiligung ist für Ende März vorgesehen.“ Ein Kalkül offenbar: Gegen die Bürgermeinung können sich Böhm wie auch der Denkmalschutz nur schwer wenden.