Speyer „Massagebereich und Whirlpool“
Lea Stoffel (16) aus Berghausen hat mit ihrem dänischen Internat bei der Handball-Schüler-Weltmeisterschaft in Katar mitgespielt. Am Ende belegte ihre Mannschaft den dritten Platz. Im Interview mit Nico Henrich spricht sie über das Land Katar, ihre Unterkunft sowie ein mögliches Finale gegen Deutschland.
Alles ist natürlich viel gigantischer und moderner, als man es kennt. Auch die Hallen waren ungewohnt. Unsere Kabine hatte neben einem eigenen Massagebereich auch einen Whirlpool. Wie sind die Menschen dort? Sehr zuvorkommend und nett. Wenn einem im Hotel etwas runtergefallen ist oder man in der Halle etwas verschüttet hat, durfte man das nicht selbst aufheben. Das Personal war immer sofort da. Wo wart ihr untergebracht? In einem sehr großen und luxuriösen Hotel. Dort waren neben allen Mannschaften auch die Verantwortlichen des Turniers untergebracht. Waren viele Zuschauer in den Hallen? Nein, leider nicht, meistens nur die Eltern oder mal der Gegner des nächsten Tages. Selbst im Halbfinale und im Finale war nicht viel los. Katar ist einfach kein Handball-Land. Ein Taxifahrer fragte uns, was spielt ihr? Handball? Was ist das? Er kannte die Sportart einfach nicht, obwohl 2015 dort sogar die Handball-Weltmeisterschaft der Männer ausgetragen wurde. Bist Du zufrieden mit Bronze? Ich sage mir immer, lieber Bronze gewinnen, als Gold verlieren. Aber im Nachhinein ist das natürlich nicht so. Wir hatten zwar die Chance, ins Finale einzuziehen. Aber Ungarn hatte richtig gute Spielerinnen. Ein paar spielen sogar schon bei den Frauen in der Champions League. Hättest Du gerne gegen Deutschland im Finale gespielt? Ja, sehr gerne, es ist noch mal etwas anderes, gegen sein eigenes Land zu spielen. Ich kenne ja zudem noch ein paar Spielerinnen. Ich denke, für uns wäre das gut ausgegangen. Was war Dein persönlicher Höhepunkt? Das Jungs-Finale Deutschland gegen Österreich. Die Partie endete unentschieden, und dann ging es ins Penalty-Schießen. Die Spieler liefen wie beim Tempo-Gegenstoß auf den Torwart zu und mussten dann nach drei Schritten den Ball im Tor unterbringen. Die Halle blühte auf einmal auf, und jeder Zuschauer war von dem spannenden Spiel mitgerissen. Leider musste sich Deutschland an diesem Tag ein zweites Mal geschlagen geben. Gab es weitere Deutsche außer die Mannschaft und Deine Teamkollegin? Ja, wir hatten auch deutsche Schiedsrichter. Die ein oder anderen kennt man auch aus Partien, als man noch in Deutschland gespielt hat. Wie machst Du das jetzt mit der Schule? Musst Du viel nachholen? Es geht, die Lehrer sind da sehr entgegenkommend. Wir Sportler bekommen für viele Sachen einfach mehr Zeit als die anderen. Das erleichtert natürlich vieles. Trotzdem sind die ersten paar Wochen zurück in der Schule sehr stressig.