Speyer RHEINPFALZ Plus Artikel Maskenpflicht: Händler mit gemischten Erfahrungen

Vorbildlich: So wie hier sollte die Maske getragen werden.
Vorbildlich: So wie hier sollte die Maske getragen werden.

Der grausame Mord an einem Tankstellenmitarbeiter,der in Idar-Oberstein auf die Einhaltung der Maskenpflicht hingewiesen hatte, ist mittlerweile drei Wochen her. Die RHEINPFALZ hat Speyerer Händler gefragt, welche Erfahrungen sie mit der Einhaltung der Maskenpflicht gemacht haben und welche Auswirkungen die Tat in der Edelsteinstadt auf den Alltag im Handel hatte.

„Keine Angst, ich erschieße dich nicht.“ Diesen makaberen Satz mit Verbindung zur grausamen Tat in Idar-Oberstein hat Stefan Kämmerer von der Aral-Tankstelle in der Landauer Straße nicht selbst gehört. Er ist ihm aber bereits von Kollegen zu Ohren gekommen, die damit kürzlich konfrontiert wurden. Seine Mitarbeiter weisen Kunden der Tankstelle nach wie vor auf die Einhaltung der Maskenpflicht hin. Aus Eigenschutz werde aber kein Streit darüber angefangen. „Es ist ein Kollege von uns zu Tode gekommen. Die Kontrolle einfach an den Einzelhandel abzugeben, ist der falsche Weg vom Staat. Da verdienen sich junge Leute etwas dazu und sollen dann auch noch Maskenpflicht kontrollieren. Wir sind doch keine staatliche Behörde“, sagt er.

Der Tankstellenbetreiber ergänzt: „Die meisten nehmen die Maskenpflicht hin. Maskenverweigerer gibt es aber immer.“ Und es komme durchaus auch zu Konflikten. So gab es laut Kämmerer etwa einen Kunden, der sich einen Slip über den Kopf zog. Dann behauptete er, dass dies doch eine Maske sei und fing mit Kassierern eine Diskussion darüber an.

Keine Rangeleien

Hassan Ilhan, Betreiber der Total-Tankstelle in der Wormser Landstraße, hat dagegen bisher keine negativen Erfahrungen gemacht. Für ihn ist besonders die Höflichkeit im Umgang mit den Kunden wichtig: „Wenn jemand keine Maske auf hat, weisen wir freundlich darauf hin.“ Die Kunden nähmen dies mit Humor auf. „Es gab hier keine Rangeleien“, ergänzt er. In der Tankstelle liege auch immer ein Vorrat an Einwegmasken, falls ein Kunde einmal seine eigene Mund-Nasen-Bedeckung vergessen haben sollte. Gleichwohl wurde das Tankstellenpersonal nach dem Vorfall in Idar-Oberstein noch einmal intensiv geschult und für den Kundenumgang sensibilisiert. „Wenn die Mitarbeiter Getränke auffüllen gehen, ziehen sie natürlich auch immer eine Maske auf“, betont Ilhan die Vorbildfunktion des Personals.

Verweis auf Hausrecht

„In der Regel hält sich schon jeder an die Maskenpflicht“, sagt auch Benjamin Stiegler. „Manchmal gibt es einen dummen Spruch, aber wir verweisen dann klar auf das Hausrecht. Wer keine Maske auf hat, muss den Laden verlassen“, erklärt der Betreiber mehrerer Edeka-Märkte in Speyer. Auch er habe mit seinen Mitarbeitern nach dem Mord in Idar-Oberstein geredet und sie sensibilisiert: „Sie können auch immer zu uns kommen, wenn etwas ist.“

Peter Bödeker, Geschäftsführer des gleichnamigen Schuhhauses, hat in puncto Maskenpflicht keine Reibungspunkte erlebt: „Alle haben die Maske auf und auch die Handhygiene wird gut genutzt.“

Ein ähnliches Bild zeigt sich im Kundenzentrum der Stadtwerke Speyer und in deren Freizeitbad Bademaxx. „Unser Personal kennt die Corona-Richtlinien und wurde von Beginn an unterwiesen“, so Sonja Daum, Teamleiterin Marketing und Kommunikation bei den Stadtwerken. Mit Schildern werde vor Ort auf die Maskenpflicht hingewiesen. In den allermeisten Fällen zeigten sich Kunden und Gäste im Schwimmbad einsichtig, wenn sie auf die Tragepflicht hingewiesen werden. Oftmals hätten die Gäste die Maske dann auch einfach nur vergessen. In ganz seltenen Fällen habe der Zugang zum Bad verwehrt werden müssen, als das Verständnis für die Pflicht fehlte.

Auch im Theaterhaus Speyer gebe es mit dem Mund-Nasen-Schutz keine Probleme: „Bei uns im Kino halten sich die Besucher wirklich konsequent an die Maskenpflicht“, so Betreiberin Ingrid Immel.

Kein Sicherheitspersonal

Sicherheitspersonal gibt es in beiden Tankstellen und im Edeka nicht. „Wer soll das bezahlen?“, fragt Tankstellenbetreiber Kämmerer. In der Total-Tankstelle werde immer in doppelter Besetzung gearbeitet. In den Edeka-Märkten von Benjamin Stiegler habe es während des Lockdowns Security gegeben. Aktuell sei dies aber nicht mehr nötig. In der Postgalerie ist laut Centermanagement heute noch ein Sicherheitsdienst unterwegs – mit dem Ergebnis, dass die Betreiber keine größeren Probleme vermelden.

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