Fussball
Marvin Gebhard kämpft um Platz im Tor des FV Dudenhofen
Marvin Gebhard spiegelt den durchaus selbstbewussten jungen Torwart des modernen Fußballs wider. „Ich nehme Konkurrenzkampf grundsätzlich gerne an“, sagt der 27-Jährige dementsprechend. Gebhard hütet seit Sommer die Pfosten des FV Dudenhofen in der Verbandsliga Südwest, verdrängte in den ersten Spielen der Saison den bisherigen Stammkeeper Philipp Schilling auf die Bank.
„Ich bin ehrgeizig, und wenn ich trainiere, will ich auch spielen und es den anderen schwer machen, an mir vorbeizukommen.“ Doch Gebhard ist trotz seines Ehrgeizes durchaus auch ein guter und vor allem kollegialer Typ, der beim FVD als solcher bestens ankommt, sowohl im als auch auf dem Feld.
Gebhard gefällt’s
„Es einfach genial hier. Die Leute sind cool, und es ist einfach geil“, schwärmt der Ludwigshafener vom Spargeldorf samt Verein. Dabei vergisst er nicht, wo er mit dem Klub um Trainer Kevin Hoffmann am Ende der Runde hin möchte: „Hier ist einiges möglich. Wir sind auf jeden Fall ambitioniert und wollen aufsteigen.“
Die Truppe habe die Qualität, um eben dieses Ziel zu erreichen. Gebhard: „Wir werden Erfolg haben. Die Jungs wollen das auch“, zeigt sich der Fachmann für Lagerlogistik mit klarem Fokus Richtung erneutem Sprung in die Oberliga. „Wir trainieren gut. Die Fans sind super. Das Dorf trägt uns immer ein Stück weit mit.“
Oppauer Anfänge
Besonders die Wertschätzung seiner Leistung in Partien und im Training, die ihm bisweilen überall beim FVD und im Dorf entgegenkommt, begeistert den früheren Feldspieler. Gebhard kickte nämlich bis zur D-Jugend draußen. Erst nach seiner ersten Station bei BW Oppau ging er beim Ludwigshafener SC auf die Position des Schlussmanns.
Das bereute er nie. „Ich fühle mich wohl im Tor.“ Zurück in die Gegenwart: „Ich bin hier nicht nur der Neue. Ich werde angesehen. Meine Leistungen werden honoriert“, sagt er. Das sei für Schlussleute tendenziell immer wichtig, das Erfolgsgeheimnis: „Die brauchen Vertrauen, Spielzeit und Anerkennung.“
Der Bankplatz
Mit dem Alter werden Tormänner ruhiger, gelassener und strahlen Sicherheit aus. „Das merken die Jungs vor mir.“ Dass er direkt die Nummer eins wurde, überrascht ihn weniger. „Ich will spielen“, sagt er trocken. Dass es nun zu einem kurzen Intermezzo auf der Bank kommt, bewertet der 27-Jährige nicht über.
„Der Trainer hat gesagt, für das Spiel gegen Offenbach reicht es nicht.“ Aber im Pokal gegen Landesligist SG Hüffelsheim sei er wieder von Beginn an dabei. In Dudenhofen landete der junge Mann aus dem Ludwigshafener Stadtteil Pfingstweide indes über die guten Gespräche mit Coach Hoffmann. „Ich habe oft gegen Dudenhofen gespielt, kannte das Umfeld und habe konstruktive Gespräche geführt“, berichtet er.
Sicherer Rückhalt
Dabei sei Dudenhofen durchaus stärker als sein Vorgängerverein Rüssingen. „Ich brauchte zwei, drei Wochen. Aber jetzt bin ich voll integriert, und die Jungs haben es mir einfach gemacht.“ Seine Mitspieler danken den Wechsel mit Lob: „Sie sagen, dass sie sich sicher fühlen, wenn ich hinter ihnen stehe. Das motiviert mich.“
Die unfreiwillige Auszeit hat übrigens nichts mit seinen Darbietungen selbst zu tun, sondern vergangene Woche schlicht mit einem steifen Nacken. „Ich habe zwar trainiert. Aber der Trainer hat Philipp den Vorrang gegeben“, nimmt er es sportlich. Die kommenden ein, zwei Wochen zeigen, ob sich Hoffmann auf eine Nummer eins festlegt, oder ob er die Trainingseindrücke respektive Leistungen der Woche entscheidend wertet.
„Ich werde jedenfalls voll durchziehen.“ Er ist eben selbstbewusst. Am Freitag um 19.30 Uhr beim Heimspiel gegen den FSV Offenbach fiebert Gebhard auf der Bank mit und stärkt seinen Kameraden zumindest verbal den Rücken: „Ich bin voll dabei“, sagt er.