Speyer Mann + Hummel: Linke und Jusos unterstützen Arbeitnehmer
Zuspruch für die Beschäftigten von Mann + Hummel in Speyer, deren Standort das Unternehmen bis 2028 schließen will, äußern in Stellungnahmen die Linke und die Jusos.
Der Stadtverband Die Linke Speyer verurteilt die geplante Schließung des Mann+Hummel-Standorts „aufs Schärfste“. Rund 600 Beschäftigte stünden vor einer ungewissen Zukunft, obwohl das Unternehmen wirtschaftlich stark aufgestellt sei, heißt es in einer Stellungnahme. Die Linke fordert den Erhalt des Standorts und betont, dass diese Entscheidung nicht nur lokal betrachtet werden dürfe: Landes- und Bundespolitik müssten industriepolitisch gegensteuern: „Es braucht politischen Druck auf Konzerne, die Beschäftigte und Regionen gegeneinander ausspielen.“
Die angekündigte Verlagerung sei kein Einzelfall, sondern Ausdruck einer Wirtschaftsweise, in der Arbeitsplätze zur Verfügungsmasse würden. „Während Milliarden umgesetzt werden, wird vor Ort industrielle Substanz abgebaut.“ Für Speyer sei das ein massiver Einschnitt, denn ein traditionsreicher Industriestandort werde schrittweise aufgegeben – mit Folgen weit über das Werk hinaus. Die Linke kündigt an, jeden notwendigen Arbeitskampf zu unterstützen.
„Wir werden uns dagegen wehren, dass Gewinne privatisiert werden, die Verantwortung sozialisiert wird und am Ende die Beschäftigten vor die Tür gesetzt werden“, wird Vorsitzender Floris Wittner zitiert.
Die Jusos Speyer ordnen die Gefährdung des Standorts mit Bezug auf den 1. Mai ein, an dem für eine gerechtere Gesellschaft gekämpft werde. Von Unternehmerseite kämen derzeit bundesweit Forderungen, die als Angriffe auf die Lebensrealität von Millionen Menschen verstanden werden könnten. In diesem Geist seien auch die Pläne von Mann + Hummel einzuordnen: „Sie bedrohen rund 600 Arbeitsplätze – und damit 600 Existenzen sowie Familien, die nicht wissen, wie es weitergeht.“ Gleichzeitig seien zahlreiche Zulieferer und Partner wirtschaftlich von diesem Standort abhängig: „Wir sagen klar: Diese Arbeitsplätze sind nicht verhandelbar“, so Juso-Vorsitzender Nicholas Herbin.