Speyer Lesestoff für die Gemeinde

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Seit 50 Jahren haben die Römerberger eine zentrale Anlaufstelle für das Ausleihen von Büchern: Mit einer kleinen Gemeindebücherei in der Mechtersheimer Schule hat alles angefangen, 50 Jahre später gibt es eine moderne Mediathek im Ortsteil Berghausen. Das Jubiläum ist am Samstag gefeiert worden.

Mit den Namen Franz Lepold und Manfred Spanier ist die Entstehung der Bücherei fest verbunden. Die beiden Herren sind als treibende Kräfte auch Adelheid Stark noch gut im Gedächtnis. Sie hat 1976 die Leitung der Gemeindebücherei übernommen und sie bis 2001 geleitet. Gut erinnert sich Stark an die drei Standorte, an die sie mit der Bücherei zog. „Alle waren sehr unpraktisch“, verrät sie im RHEINPFALZ-Gespräch. Vor allem während der langen Zeit in der Mechtersheimer Schule habe die Einrichtung nicht wie erhofft nach außen strahlen können. „Die Bevölkerung dort ist gut mitgegangen“, merkt Stark indessen an. Vor allem die Schüler habe man begeistern können. Franz Lepold und Manfred Spanier hätten in den Anfangsjahren viel Privat-Lesestoff für die Bücherei zur Verfügung gestellt, erzählt Stark: Der eine unter anderem sämtliche Kinder- und Jugendliteratur aus dem Kosmos-Verlag, der andere die Sachbücher der Tessloff-Reihe. Dankbar ist Stark stets über die Unterstützung seitens der Landesbüchereistelle in Neustadt gewesen. „Wir konnten sehr viele Fortbildungen besuchen und sind finanziell immer wieder unterstützt worden“, berichtet sie. Ein wenig zwiespältig fühlte sie sich hinsichtlich des Jubiläums. „Heute wird nicht mehr so viel gelesen“, begründete sie dies mit Blick auf die Digitalisierung der Welt. Nach wie vor Feuer und Flamme für ihre Tätigkeit in der Bücherei – beziehungsweise der heutigen Mediathek – ist Marion Leutner. Ab der Leitung von Adelheid Stark hat sie alle Leitungen der Einrichtung miterlebt. Im kommenden Jahr feiert sie ihr 20. Dienstjubiläum. Nach der wesentlichen Veränderung im Vergleich zum Beginn ihres Jobs gefragt, nennt sie spontan die Ausleihzahlen. „Früher wurden von August bis Dezember 2800 Medien ausgeliehen. Das machen wir heute in einer Woche“, stellt Leutner heraus. Die 55-Jährige bezeichnet sich selbst als „lebendes Inventar“ in der Mediathek und als solches hängt sie immer noch an ihrer Arbeit. „Alles macht Freude. Ich lebe und liebe die Mediathek“, betont sie. Dass die Leute lesemüde sind, kann Leutner nicht behaupten. Im Gegenteil: „Sie sind lesewütig.“ Froh ist die Mitarbeiterin, heute in der Einrichtung viel für die Leseförderung tun zu können. „Das konnten wir früher nicht“, erklärt sie und weist auf die fehlenden Räumlichkeiten hin. Die festen Bindungen, die über die Jahrzehnte gewachsen sind, machen die Bücher-Fee glücklich. „Die Kinder von früher kommen jetzt mit ihren eigenen Kindern und sagen immer noch: Du, Frau Leutner“, erzählt sie und sagt: „Das finde ich so niedlich.“ Wenn sie dann noch sehe, wie Leute ihre Bücher wie einen Schatz mit nach Hause nehmen, sei das mit keinem Geld der Welt zu bezahlen. So fröhlich wie die Bediensteten den Alltag bestreiten, wurde am Samstag der Geburtstag gefeiert. Während am Vormittag die Jüngsten über „Cowboy Klaus und das pupsende Pony“ lachten, folgten die Erwachsenen am Nachmittag gespannt Gina Greifenstein beim „Kriminellen Kaffeeklatsch“ und bewiesen, dass die Mediathek mit 50 immer noch quietschfidel ist. | xsm

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