Speyer Langen Atem bewiesen

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Die Premiere kam an: Zum ersten Mal hat der Musikverein Berghausen am Sonntagnachmittag in der Schulturnhalle unter der Leitung von Werner Spranz gespielt. Erst knapp ein Jahr steht Spranz als Dirigent vor den Berghausener Musikern. Die neue Führung des Taktstocks war zu spüren.

Immer noch waren es eher die schwer(mütig)eren Melodien, die der Musikverein im Repertoire hatte. Bewundernswert dabei waren jedoch stets die qualitativ sehr hochwertige und saubere Spieltechnik sowie die anhaltende Konzentration. Ein Paradebeispiel an problemfreiem Durchhaltevermögen war die Filmmelodie zum „Mann mit der eisernen Maske“. Die Geschichte des geheimnisvollen, unbekannten Strafgefangenen des französischen Königs Ludwig XIV. war 1998 in einen Film gepackt und von Nick Glennie-Smith mit Musik unterlegt worden. Das Arrangement von Willy Fransen forderte die Berghausener Musiker heraus. Nicht nur die Länge von gut 20 Minuten war es, die einen langen Atem an den Blasinstrumenten erfordert. Stattdessen galt es, die musikalisch ineinander fließenden Höhen und Tiefen, die sprunghaften Wechsel zwischen laut und leise sowie den Rhythmen, von den Notenblättern auf die Instrumente zu übertragen. Der Beifall am Ende bescheinigte den Mitwirkenden ihr Geschick im Umgang mit der herausfordernden Komposition. Ohnehin hatte Spranz bei der Auswahl der Stücke auf hohe Anforderungen gesetzt, sei es bei dem barock aufgemachten Originalwerk „Queen’s Park Melody“ von Jakob de Haan, beim eher schwierig zu vermittelnden Peter-Maffay-Medley oder bei der Eröffnungshymne „Summon the Heroes“ von John Williams, die reich mit Fanfarenklängen verziert und mit virtuosen Tonfolgen garniert war. Mit der für das Konzert am Abend des Muttertags speziell zusammengestellten Dixielandcombo, die in harmonischem Einklang mit dem Blasorchester schwungvoll auftrumpfte, setzten die musikalischen Gastgeber besonders hörenswerte Akzente. Luftige Leichtigkeit durchzog das Spiel, was dem Publikum beim Zuhören als Kontrast zu den sonst eher „bewegenden“ Klängen schlichtweg Riesenfreude bereitete. Dass beim Marsch „Die lustigen Dorfschmiede“ sogar Hammer und Amboss als Klangerzeuger ins Spiel kamen, war einen Extra-Applaus wert. „Wir sind richtig glücklich, dass wir ihn haben“, lobte MV-Vorsitzender Martin Sternberger den neuen Dirigenten. Während des Konzerts wurden für 50-jährige Aktivität Bernhard Kögel, Emil Kögel, Franz Kögel, Helmut Kögel, Kurt Kögel, Walter Machon und Klaus Ofer sowie Rainer Burger, Clemens Zimpelmann und Karin Flörchinger für 40-jährige Treue vom Vorsitzenden des Kreismusikverbands Rhein-Pfalz Theo Hery geehrt. Sternberger überraschte Helmut Kögel außerdem mit der Ernennung zum Ehrenvorsitzenden. Notenwart, sechs Jahre Dirigent, zwölf Jahre Vorsitzender – das waren die Stationen Kögels im Musikverein Berghausen. Im vergangenen Jahr übernahm Sternberger von ihm das Amt, Kögel wurde Kulturwart. Der neue Vorsitzende selbst war von ihm auf der Trompete und dem Tenorhorn ausgebildet worden. „Es ist toll, einen Musiker in den Reihen zu haben, der sich so mit dem Verein identifiziert“, stellte Sternberger heraus.

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