Speyer RHEINPFALZ Plus Artikel Landespolizeiorchester spielt im Dom

Das Landespolizeiorchester Rheinland-Pfalz unter FlorianWeber im Dom.
Das Landespolizeiorchester Rheinland-Pfalz unter FlorianWeber im Dom.

„Schmerz und Freude“: Unter diesem Motto stand das Sommerkonzert des Landespolizeiorchesters Rheinland-Pfalz im Dom zu Speyer.

Einfühlsam trug das Orchester dabei kirchliche Werke bis hin zu Rock-Pop-Versionen vor und gab den Solisten Domenico Frangiamore und Fryderyk Jona Raum.

Unter Kreuz und Krone, hinter der Gottesmutter mit Jesus-Kind und dem gekreuzigten Christus – alles passend zum Thema des Konzerts – eröffnet das Landespolizeiorchester Rheinland-Pfalz das Konzert gefühlt mit einem Paukenschlag. „The year of the dragon“ mutet wie ein Drache an, der sich eindrücklich ankündigt, dann aber ruhig durch die Luft gleitet. Das Werk wirkt himmlisch-sphärisch, was durch die hallende Akustik des Doms noch verstärkt wird. Immer fulminanter wird das Stück, der Drache kommt immer näher, füllt den ganzen Dom aus, gleitet höher, wird leichter und entschwindet schließlich sanft.

„Stärke und Zuversicht“

2024 war das Jahr des Drachen nach dem chinesischen Kalender. Er symbolisiert „Stärke und Zuversicht, welche auch für 2025 nicht schlecht sind“, meint der neue Dirigent des Orchesters Florian Weber.

Denn beides wird angesichts der weltpolitischen Lage und im Alltag dringend gebraucht. „In der Pfalz kommt zwischen Wein und Rieslingschorle Freude auf“, aber nicht so richtig. Denn: „Autokratische Staaten, Armut und Krieg, Leid und Tod“ bestimmen das Weltgeschehen gerade massiv, sodass die Menschen sorgenvoll und bedrückt sind, so Norman Roth, Polizeiseelsorger der Evangelischen Kirche der Pfalz. Aber „Freude und Schmerz gehören beide zum Leben. Damit es uns gut geht, muss sich beides die Waage halten.“ So spielt das Thema auch auf die Polizeieinsätze an, die belastend sein können durch Krisensituationen, durch verletzte Kolleginnen und Kollegen und die Überbringung von traurigen Nachrichten zum Beispiel bei Verkehrsunfällen, führt Jürgen Trab aus, Leiter der Polizeidirektion Landau und Vorsitzender der Ökumenischen Polizeiseelsorge Pfalz. Aber auch die Freude ist Teil des Alltags, wie die Dankbarkeit für die Hilfe durch die Polizei zeigt. „Beides ist Teil des Berufs“.

Ein Gegensatzpaar

„Threnody“ sei ein „Klagelied“, das Komponist James Barnes in Erinnerung an einen guten Freund komponiert hat, so Weber. Es zeige am Schluss den Aufstieg in den Himmel. Dunkel-zart, zum Teil dunkel-bedrohlich, fulminant-eindringlich, aber trotzdem sanft und sphärisch wird es immer hoffnungsvoller und befreiter. Das nächste Werk des Programms „Solitary Prayer“ präsentiert das Orchester sehr fließend und harmonisch, nachdenklich und hoffnungsvoll.

„Schmerz zu idealisieren, fällt mir schwer“, sinniert Matthias Orth von der Polizeiseelsorge des Bistums Speyer, „vor allem in Situationen, in denen ich selbst Schmerz empfinde und mir Schmerz von anderen zugefügt wurde“. Es dauere, bis man darüber hinweg sei. Aber es gebe auch Güte, Liebe, Freundlichkeit und Schönheit, denn Freude und Schmerz sind ein Gegensatzpaar.

Auch in der Dunkelheit der Nacht gibt es Licht

Bei „On this bright morning“ grollt es, wird es immer wieder düster, so als ob die Sonne gegen die Dunkelheit ankämpft. Schließlich bricht sie durch, wird leicht und sanft, mit einem traurigen Nachhall, aber ohne Wut. Dass Dunkelheit auch eine beruhigende Seite hat, zeigt „Claire de lune“: Auch in der Dunkelheit der Nacht gibt es Licht. Und die Nacht ist nicht statisch, sondern lebendig. Diese Lebendigkeit bescheint der Mond. Die Macht des positiven Denkens kann aber auch zur Tyrannei werden, wenn sie zwanghaft wird, mahnt Roth. Das Gegensätzliche solle man annehmen und sich damit aussöhnen. Erfreuen könne man sich an den vielen kleinen, schönen Dingen im Alltag: „Freude kostet nichts außer Aufmerksamkeit“, dann komme etwas zum Blühen und bilde einen Gegenpol zur Erdenschwere.

Die Rockballade von Brian Adams „I do it for you“ besingt die Liebe, wobei „die Liebe die Gabe ist, die uns in den Himmel der Freude bringt“. „The sound of silence“, ursprünglich von Simon&Garfunkel, in einer Version von Disturbed, vermischt in seinem Vortrag beide Versionen. Das Orchester spielt den Song sanft und raumeinnehmend zugleich. Dann brechen die Gefühle heraus, gehen wie eine Welle vorüber, werden sanft mit einem lauten Abschluss. Als Zugaben präsentiert das Orchester „Großer Gott wir loben dich“ und „Guten Abend, gute Nacht“. Letzteres sehr sanft und liebevoll vorgetragen.

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