Speyer Kult(o)urnacht: Vernissage im Künstlerhaus
„Rahmen-Dramen“: Der Ausstellungstitel findet sich leicht abgewandelt in Günter Zinks eindrucksvoller Radierung „Ehe-Dramen“ wieder. Überhaupt haben die Künstler Rahmen gesprengt, bewusst gesetzt oder zum Thema gemacht. So hat Andrea Niessen mit alten Nylonstrümpfen und Haaren kleine Hingucker geschaffen. Gerdi König geht es in ihren Arbeiten um den Menschen. „Mutter Erde“ setzt sich überaus farbintensiv mit der Erfüllung ihrer letzten drei Wünsche auseinander. Sieben Arbeiten aus zwei Serien präsentiert Karin Germeyer-Kihm figurativ in Acryl statt wie sonst in Öl. Ihre Figuren bleiben undefiniert, Haltung, Gestik bestimmen den Ausdruck und lassen dennoch das Geheimnis zurück, das der Betrachter lichten will.
Susanne Lorenz ist mit zwei großen Formaten „Im Flow“ und „In Space“. Die Unendlichkeit des Himmels blickt in unendliche Freiheit der Gedanken und der Fantasie. Inspiriert von elektronischer Musik hat Thomas Manelli Mann aus fotografischen Fragmenten, grafischen Strukturen und algorithmischen Verzerrungen seinen eigenen „Loopismus“ entwickelt. Vier digitale Arbeiten sind entstanden, die den Betrachter in Bewegung bringen.
Werden und Vergänglichkeit
„Genesis 3“ heißt das Lichtobjekt, das Gisela Desuki aus ihrer Reihe Werden und Vergänglichkeit zeigt. Die Amphore erinnert an einen Uterus, Fruchtbarkeit, auch künstliche Befruchtung, wird in allen Elementen deutlich. In Magdalena Trimborns eindrucksvoller Malerei überwältigt den Betrachter die Wucht der Natur. In Horst Steiers Arbeiten werden Gruppen gebildet, Ansichten ausgetauscht. Auf der Grundlage einer Fotografie hat der Künstler seine überaus detailreiche Arbeit auf Acrylglas vergrößert und farblich überarbeitet.
Christine Weinmüller ist eine verschwommene Spiegelung von Zeit und Raum in Öl auf Leinwand gelungen. Hanna Neuhaus, Weinmüllers erste Schülerin ihrer Kunstschule, hat mittlerweile künstlerische Reife erreicht. In einer Tüte ihrer Großeltern hat sie die Inspiration für das Ölgemälde gefunden, das zwei Frauen mit Kind zeigt. Damit gibt die Künstlerin intime Einblicke in ein vielleicht nur scheinbare Familienidyll.
Die Ausstellung stellt inklusive eines Videos von Roy Efrat einen großartigen Überblick über die künstlerische Vielfalt her, die der Künstlerbund stets bietet.
Info
Zu sehen vom 29. bis 31. Mai und 6. und 7. Juni zwischen 14 und 18 Uhr im Haus des Künstlerbunds. Große Sämergasse 1a.
Eröffnung 29. Mai, 19 Uhr. Einführung: Magdalena Trimborn, Musik: Blues und Blödel.