Speyer
Kritische Nachfragen zum Wettbewerb für Sparkassen-Areal
Debattiert wurde über den Architektenwettbewerb, zu dem die Sparkasse sechs Büros mit guten Referenzen in der Bankarchitektur sowie im Bauen im Bestand einladen will. Sie sollen Vorschläge machen, wie aus der heutigen Sparkassenhauptstelle eine moderne und zum Quartier passende Kombination von Bank-, Wohn- und Geschäftsstandort werden kann. Bis 2025 sollen 450 Quadratmeter Büroflächen und auf fast 3000 Quadratmeter Mietwohnungen hinzukommen, weil das Kreditinstitut nicht mehr alle früheren Flächen benötigt, wie Bereichsleiter Thomas Ebersold erklärte. Knapp ein Drittel der Wohnfläche soll durch Aufstockung des Parkdecks neben der Hauptstelle entstehen. Die Sparkasse will im mittleren zweistelligen Millionenbereich investierten.
Ebersold und Boris Kroh (DAL Bautech) nannten eine Reihe von Zielen. Klar sei, dass es auch nicht ohne eine Mindestrendite im Bereich von vier Prozent gehe. Für den Architektenwettbewerb liefen nun Vorbereitungen. Geplant sei eine Bearbeitungszeit von zehn bis zwölf Wochen mit Abschluss im ersten Quartal 2022. Entscheiden solle eine Jury, der neun Mitglieder mit und drei ohne Stimmrecht angehörten. Dass sie überwiegend von der Sparkasse sowie der Stadt kommen, sagte dem Gestaltungsbeirat nicht zu. Es seien „sehr wenige Teilnehmer in der Jury, die fachliche Erfahrung mitbringen“, stellte Beiratsmitglied Edda Kurz aus Architektensicht fest.
Gestaltungsbeirat will weiter mitreden
Kurz forderte einen Wettbewerb nach „Richtlinien für Planungswettbewerbe“ (RPW) der Architektenkammer. Die weiteren Beiratsmitglieder und Robin Nolasco, Fachbereichsleiter der Stadtverwaltung, bekräftigten Kurz’ Auffassung. Das würde die Akzeptanz des Ergebnisses erhöhen, so ihre Auffassung. Kroh entgegnete, die Bank wolle sich „zu 95 Prozent“ daran halten, aber einzelne RPW-Forderungen etwa zur Besetzung der Jury und zum Auftragsversprechen an eines der Teilnehmerbüros sehe sie kritisch. Sie sagten eine Prüfung zu.
Gestaltungsbeirat-Sprecher Dietrich Gekeler sagte, dass das Gremium sich eine Prüfung des Wettbewerbsergebnisses vorbehalte. „Die öffentliche Diskussion hilft Ihnen“, riet er den Bankleuten. Die Experten steuerten weitere Forderungen oder Ratschläge zum Wettbewerb bei. Es ging ihnen um die Freiraumgestaltung, den Einbezug von Landschaftsarchitekten sowie das Nachdenken über neue Wohn- und Arbeitsformen.
Termin
Bürgerworkshop der Sparkasse zum Bauprojekt am Montag, 11. Oktober, 18 Uhr, im Augustinersaal, Wormser Straße 39. Bis zu 70 Teilnehmer sind zugelassen. Sie können sich unter www.sparkasse-vorderpfalz.de oder persönlich in der Geschäftsstelle, Wormser Straße 39, anmelden.