Speyer Kreis streitet mit Firma

Fertig: die Fischtreppe an der Neumühle beim Kinderhospiz in Dudenhofen.
Fertig: die Fischtreppe an der Neumühle beim Kinderhospiz in Dudenhofen.

Der Bau der nun fertiggestellten Fischtreppe an der Neumühle beim Kinderhospiz in Dudenhofen war wesentlich teurer als geplant. Das hat Landrat Clemens Körner (CDU) in der jüngsten Sitzung des Kreisausschusses bekanntgegeben. Der Ausschuss hat die Mehrkosten von 60.000 Euro beschlossen.

Der Landrat teilte auf Anfrage mit, dass sich die 60.000 Euro Mehrkosten aus einer Hochwassereinrichtung mit Elektroantrieb, einer Stütze für die Ufermauer, einer hergerichteten Zufahrt aufgrund einer Kanalverlegung sowie Kosten für mehr Material und mehr Arbeitsstunden in Höhe von rund 35.000 Euro zusammensetzen. Die Mehrkosten waren laut Körner nicht abzusehen. Ein Ingenieurbüro habe die zusätzlichen Kosten für den Kreis geprüft und die Maßnahmen für nötig gehalten, teilte der Landrat mit. Allerdings gibt es laut Körner immer noch Positionen, um die sich der Kreis mit der Firma streitet. Diese Positionen könnten die Mehrkosten noch einmal erhöhen. Um wie viel mehr Geld es sich handelt, wollte der Landrat aus verhandlungstaktischen Gründen noch nicht sagen. Falls noch einmal mehr Geld bezahlt werden müsste, müsste der Kreisausschuss in öffentlicher Sitzung darüber abstimmen. Die Fischtreppe an der Neumühle in Dudenhofen hat somit bisher 260.000 Euro gekostet. Anfangs war von 200.000 Euro Gesamtkosten die Rede. Das Land hat 90 Prozent der ursprünglichen Gesamtkosten übernommen, 10 Prozent muss der Gewässerzweckverband Rehbach-Speyerbach tragen, dessen zuständige Behörde in diesem Fall der Rhein-Pfalz-Kreis ist. Da sich die Gesamtkosten erhöht haben, hat der Landrat einen Antrag beim Land gestellt, dass der Zuschuss von bisher 180.000 Euro erhöht wird. Der Bau der Fischtreppe beim Kinderhospiz in Dudenhofen war der erste Schritt, um den Woogbach für sogenannte Wanderfische wie Lachse und Aale wieder durchlässig zu machen. Hintergrund ist die europäische Wasserrahmenrichtlinie mit dem vom Land Rheinland-Pfalz vorgegebenen Ziel, das Rehbach-Speyerbach-System für Fische durchlässig zu machen und dort Lachse wieder anzusiedeln. Der nächste Schritt dafür ist der Bau einer Fischtreppe an der Wingertsmühle in Dudenhofen, der bei einer Gegenstimme in der jüngsten Sitzung des Ortsgemeinderats Dudenhofen beschlossen wurde (wir berichteten). Die Kosten bezifferte der Landrat in der Sitzung mit 300.000 Euro. Auch sie werden zu 90 Prozent vom Land und zu 10 Prozent vom Kreis getragen. Der letzte Schritt, dass Fische den Woogbach durchschwimmen können, wäre der Bau einer Fischtreppe an der Schlossmühle in Hanhofen.

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