Speyer „Kommunikation ist unsere stärkste Waffe“

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Die Arbeit eines Polizeibeamten ist sehr abwechslungsreich, stellt aber auch hohe Anforderungen an diejenigen, die ihn ausüben. Um jungen Menschen bei der Entscheidung zu helfen, ob der Einsatz als „Freund und Helfer“ für sie infrage kommt, hat das Polizeipräsidium Rheinpfalz am Samstag ein Bewerbertraining mit Workshops veranstaltet.

Nachdem Solveig Hallstein, Einstellungsberaterin beim Präsidium, die jungen Männer und Frauen über die Möglichkeiten der Berufseinstiege in den Polizeidienst aufgeklärt hat, wird die Aula der Berufsbildenden Schule (BBS) Wirtschaft 2 für die Workshops vorbereitet. Wenige Minuten später sitzen die Besucher an ihren Tischen und lösen Aufgaben, die sich mit Zahlen, Symbolen, der Merkfähigkeit und Rechtschreibung sowie der Konzentration befassen. „Solche Veranstaltungen, die sich an potenzielle Bewerber richten, haben bis jetzt nicht regelmäßig stattgefunden“, sagt Hallstein. Es sei aber geplant, in Zukunft zweimal im Jahr solche Bewerbertrainings anzubieten. „Schließlich sollen sich die Menschen, die diesen Berufsweg einschlagen möchten, vorher genauer mit den Anforderungen befasst haben.“ Freunde und Eltern, die die über ihren Aufgaben grübelnden Jugendlichen zur Veranstaltung begleitet haben, warten derweil im Treppenhaus. Ein Mannheimer ist mit seinem 16-jährigen Sohn hergekommen. „Ich glaube nicht, dass er weiß, worauf er sich einlässt“, meint er. „Der Beruf kann sehr gefährlich werden, und die Anforderungen, die gestellt werden, sind hoch.“ Zumindest hätte sein Sohn bei der Polizei ein sicheres Einkommen, sagt der IT-Elektroniker. Neben den Workshops wird den Jugendlichen die Möglichkeit gegeben, mit Beamten ein Bewerbungsgespräch auf Probe zu führen und sich beim Selbstcheck mit den Vor- und Nachteilen auseinanderzusetzen, die auf künftige Gesetzeshüter zukommen können. Polizistin Anna Mathy, Koordinatorin für die Ausbildung an der Höheren Berufsfachschule, weiß: „Es gibt einige Dinge, die nicht jeder schön finden wird. Etwa das Arbeiten am Wochenende oder die Überbringung von Todesnachrichten an Hinterbliebene.“ Was Bewerber auf jeden Fall mitbringen müssten, seien gute Vermittlungsfähigkeiten. „Die Kommunikation ist neben der Pistole unsere stärkste Waffe“, sagt sie. Sven Hoffmann aus Römerberg kommt vom Rechtschreib-Workshop, in dem er ein Diktat aus acht Sätzen schreiben musste. „Vier Fehler“, gesteht der 17-Jährige, der gerade sein Abitur macht. Bei den Workshops macht er zur Vorbereitung auf den Einstellungstest mit. Für den Beruf hat er sich entschieden, weil er nicht ständig im Büro sitzen will und ihm der Kontakt zu Menschen wichtig ist. Ähnlich sieht das der 17 Jahre alte Raoul Schmitt aus Hanhofen. „Ich treibe gerne Sport und möchte einen Beruf, der mich auch körperlich fordert.“ Zudem wolle er Menschen helfen. Seine Familie mache sich zwar Sorgen, weil der Beruf gefährlich werden kann, unterstützte ihn aber auf ganzer Linie, sagt Schmitt. (mnx)

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